Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

Dranginkontinenz_(c)HendrikeBei der Dranginkontinenz oder Urgeinkontinenz, abgeleitet vom englischen Begriff Urgency (Dringlichkeit, Drang), liegt anders als bei der Belastungsinkontinenz keine Störung des „Verschlussmechanismus“ der Blase vor. Die Ursachen für eine Dranginkontinenz sind hingegen sensorischer oder motorischer Natur.

Sensorische Dranginkontinenz

Bei der sensorischen Dranginkontinenz handelt es sich um eine Wahrnehmungsstörung der Blasenfüllung, die beispielsweise durch eine ständige Reizung der Blase hervorgerufen werden kann. Ursachen dafür sind meist eine vergrößerte Prostata, Blasensteine oder Harnwegsinfekte wie eine Blasenentzündung. Dadurch wird auch bei einer geringen Blasenfüllung ein starker Harndrang ausgelöst.

Motorische Dranginkontinenz

Bei der motorischen Dranginkontinenz führen enthemmte Nervenimpulse zum Harnblasenmuskel zu einem vorzeitigen oder krampfartigen Zusammenziehen des Schließmuskels und somit zum starken Harndrang und unkontrolliertem Abgang von Urin. Dabei liegt die Ursache wie bereits erwähnt nicht beim Muskel selbst, sondern bei der Signalübertragung der Nerven. Grund für diese Nervenstörung können die Folgen einer OP sein, die Nervenschäden oder –reizungen verursacht hat, ein Schlaganfall, Diabetes oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer  oder Multiple Sklerose.

Mischform aus Drang- und Belastungsinkontinenz

Vor allem Frauen leiden häufig an einer Mischform aus Drang- und Belastungsinkontinenz. Dabei treten sowohl die typischen Symptome der Dranginkontinenz, wie ein unkontrollierter Urinverlust durch Kontraktionen des Schließmuskels, sowie die Symptome einer Belastungsinkontinenz, wie plötzlicher und unkontrollierter Urinverlust bei Anstrengung, Niesen oder Lachen, auf. Meist ist dabei eine Form mehr ausgeprägt, als die andere.

Behandlung von Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

Bei der motorischen Dranginkontinenz werden häufig Medikamente eingesetzt, die die unwillkürlichen Muskelkontraktionen des Schließmuskels hemmen und somit den unkontrollierten Urinverlust unterbinden oder mindern. Bei einer Schwächung des Schließmuskels, bedingt durch das Alter oder die Wechseljahre, kann bei Frauen auch eine lokale Anwendung von Östrogenpräparaten hilfreich sein.

Häufig verbessert aber auch ein gezieltes Blasentraining die Beschwerden und verhilft Ihnen zu einem verbesserten Gefühl über Ihre Blase. Beim Blasentraining werden nicht nur regelmäßige Toilettengänge zur Blasenentleerung berücksichtigt, sondern die Blase wird durch spezielle Übungen trainiert. Wichtig für den Erfolg des Blasentrainings sind unterstützende Maßnahmen wie der Verzicht auf harntreibende Lebensmittel und Getränke wie Kaffee oder Bier sowie die Anpassung der Trinkgewohnheiten im Allgemeinen. Übergewicht kann ebenfalls eine Ursache für Dranginkontinenz darstellen, daher ist auch die Reduktion von Gewicht ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Behandlung von Dranginkontinenz.

Ein aktiver Lebensstil trotz Dranginkontinenz

Da nicht immer eine Toilette in unmittelbarer Nähe ist, sind viele Betroffene der Dranginkontinenz auf aufsaugende Inkontinenzprodukte angewiesen. Vor allem Männer tun sich jedoch oft schwer, sich an  spezielle Einlagen für Inkontinenz zu gewöhnen. Abhilfe können dabei speziell auf die männliche Anatomie abgestimmte Einlagen und Vorlagen oder praktische Herren-Einwegslips mit integrierter Saugeinlage schaffen. Diese Produkte gibt es auch speziell für Frauen oder in der universellen Variante für Damen und Herren.

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