Tabuthema Stuhlinkontinenz

Tabuthema StuhlinkontinenzDie offizielle Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Stuhl-Kontinenz lautet „Stuhlgang willentlich ort- und zeitgerecht abzusetzen“, der Verlust dieser Kontrolle wird demnach als Stuhl-Inkontinenz bezeichnet. Eine genaue Definition dieses Symptoms liegt nicht vor, da die Stuhlinkontinenz in verschiedenen Schweregraden und auch als Mischform auftreten kann.

Schweregrade der Stuhlinkontinenz

Die Stuhlinkontinenz wird in insgesamt drei verschiedene Schweregrade unterschieden, wobei die Symptome hier auch in einer Mischform auftreten können.

  1. Grad: unkontrollierter Abgang von Gasen
  2. Grad: unkontrollierter Abgang von flüssigem Stuhl
  3. Grad: unkontrollierter Abgang von normalem Stuhl

Das Auftreten von Stuhlinkontinenz kann unterschiedliche Ursachen haben und ist in den westlichen Industrieländern ein relativ häufig auftretendes Symptom. Verschiedene Studien und Erhebungen gehen von einem Anteil Betroffener von etwa 5% aus, wobei die Zahlen deutlich höher liegen könnten. Vor allem Schamgefühl veranlasst viele Betroffene dazu, auf eine medizinische Diagnose zu verzichten. Dies ist jedoch nicht ungefährlich, denn eine Stuhlinkontinenz kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel chronische Erkrankungen.

Die Ursachen von Stuhlinkontinenz

Eine häufige Ursache für Stuhlinkontinenz ist eine Verletzung des Schließmuskels beispielsweise als Folge einer Geburt. Die Stuhlinkontinenz tritt häufiger bei Frauen auf, da sie zudem über einen kürzen Analkanal verfügen. Weitere Ursachen können eine Beckenbodeninsuffizienz oder eine mit dem Alter nachlassende Muskelkraft sein. Diese Ursachen werden als muskuläre Ursachen bezeichnet. Eine sensorische Ursache kann beispielsweise der Verlust der analen Empfindungen als Folge von Operationen sowie eine chronische Darmerkrankung und Erkrankungen der Analregion sein. Als dritte Ursache können auch neurologische Schäden für eine Stuhlinkontinenz in Frage kommen, wobei die Nerven, die den Stuhlgang kontrollieren, geschädigt sein können.

Für eine genaue Diagnose sowie eine geeignete Behandlung sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, um weitere krankheitsbedingte Ursachen wie Krebs oder Tumore ausschließen oder frühzeitig behandeln zu können. Untersuchungen wie eine Darmspiegelung sind daher in jedem Fall ratsam.

Therapien bei Stuhlinkontinenz

Je nach Schweregrad der Stuhlinkontinenz gibt es neben einer operativen Behandlung auch zahlreiche nichtoperative Therapien, die die Stuhlinkontinenz lindern oder positiv beeinflussen können. Bei leichten Formen der Inkontinenz kann ein gezieltes Beckenbodentraining helfen, das auch generell vorbeugend zur Inkontinenz praktiziert werden kann. Des Weiteren ist auch ein sogenanntes Toilettentraining ratsam, bei dem regelmäßige Toilettengänge eingehalten werden, um das Bewusstsein für die eigene Darmtätigkeit zu trainieren und den Darm regelmäßig zu entleeren.

Richtige Ernährung bei Stuhlinkontinenz

Die richtige Ernährung spielt bei der Stuhlinkontinenz eine erhebliche Rolle, um die Stuhlkonsistenz positiv zu beeinflussen. Entscheidend ist hierbei die ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen und Flüssigkeit. Vermieden werden sollten hingegen blähende Speisen und kohlensäurehaltige Getränke, die die Stuhlinkontinenz verstärken können.

Inkontinenzprodukte für einen uneingeschränkten Alltag

Um aktiv am Alltagsleben teilnehmen zu können, gibt es eine Vielzahl verschiedener Inkontinenzprodukte, die speziell für die Bedürfnisse bei Stuhlinkontinenz oder Doppelinkontinenz entwickelt wurden. So dient beispielsweis ein Analtampon als Barriere für den Stuhl und verhindert einen unkontrollierten Abgang. Spezielle Windelhosen und Einlagen können ebenfalls sehr diskret angewendet werden und unterstützen zudem die Pflege von Patienten, die sich nicht selbst versorgen können oder bewegungseingeschränkt sind.

Vor allem bei einem aktiven Lebensstil eignen sich am besten bequeme Pants, die wie herkömmliche Unterwäsche getragen werden können und durch leistungsstarke Saugkerne besten Schutz bieten. Sie erhalten verschiedene Modelle von verschiedenen Herstellern und sollten daher stets genau die angegebenen Saugleistungen prüfen. Bezeichnungen wie Super, Plus oder Maxi können von verschiedenen Herstellern unterschiedlich verwendet werden, daher lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktangaben. Ein Beispiel: Die TENA Pants Plus XS geben Auskunft über den Hersteller (TENA), das Produkt (Pants), die Saugstärke (Plus) sowie die Größe (XS). Bei Fragen zu den Produkten können Sie auch unseren seresco.de Kundenservice (Tel. 0800/ 6288783) kontaktieren oder uns einen Kommentar unter dem Beitrag hinterlassen.

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