Glossar / Lexikon

Alzheimer

Bei Alzheimer handelt es sich um eine Krankheit, die hirnorganischer Natur ist und meist erst in einem höheren Alter auftritt. Die wenigsten Betroffenen sind dabei jünger als 60. Bei Alzheimer kommt es zum stetigen Verfall von Nervenzellen im Gehirn sowie deren Kontakten. Die Betroffenen verlieren dadurch zunehmend die Kontrolle über ihr Denk- und Urteilsvermögen, leiden an Erinnerungsverlust, Orientierungslosigkeit bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. In diesem Fall wird auch von einer Demenz, ausgelöst durch Alzheimer, gesprochen.

Beckenbodentraining

Zahlreiche Studien belegen, dass ein gezieltes Beckenbodentraining die Symptome für eine Blasenschwäche lindern oder ihnen sogar vorbeugen kann. Bei dieser Trainingsmethode werden die Beckenbodenmuskeln durch abwechselndes An- und Entspannen gestärkt und können somit die Kontrolle über die Blasenfunktion deutlich verbessern.

Belastungsinkontinenz

Eine Belastungsinkontinenz macht sich vor allem durch schwere körperliche Anstrengung sowie einen erhöhten Druck auf den Bauchraum bemerkbar. Sie tritt vor allem bei schwerem Heben, starkem Husten oder plötzlichem Niesen oder Lachen auf. Vor allem in der Schwangerschaft leiden viele Frauen an einer sogenannten Belastungsinkontinenz.

Bettnässen

Eine nächtliche Inkontinenz, umgangssprachlich auch Bettnässen genannt, kann in verschiedenen Stadien des Lebens auftreten und unterschiedliche Ursachen haben. So leiden beispielsweise nicht nur ältere Menschen mit einer schwachen Blase an diesen Beschwerden, sondern auch ältere Kinder ab fünf Jahren können vom Bettnässen betroffen sein.

Um die Matratze vor Feuchtigkeit zu schützen und das Bett somit hygienisch sauber zu halten, empfiehlt sich die Verwendung spezieller Inkontinenz-Bettauflagen wie feuchtigkeitsundurchlässige Bettlaken oder Unterlagen. Spezielle Inkontinenz-Bettbezüge schützen zusätzlich Kissen und Bettdecke und können diskret unter der herkömmlichen Bettwäsche verwendet werden.

Blasenentleerungsstörung

Eine Blasenentleerungsstörung kann vielfältige Ursachen haben und bei verschiedenen Formen von Inkontinenz auftreten. So kann ein Symptom beispielsweise eine schwache Blasen- bzw. Beckenbodenmuskulatur sein, die die Kontrolle über das Harnlassen vermindert. Weitere Merkmale einer Blasenentleerungsstörung können eine sogenannte Fistel, Lähmungen, ein erhöhter Druck auf die Blase durch Übergewicht oder eine vergrößerte Prostata sowie verschiedene physische oder psychische Krankheitsbilder sein. Lesen Sie dazu auch den Punkt Paruresis.

Für eine sichere Klärung der Ursachen sollten Sie in jedem Fall einen Facharzt aufsuchen.

Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung tritt häufiger bei Frauen, als bei Männern auf, da die Harnröhre anatomisch bedingt kürzer ist und Bakterien somit schneller zur Blase vordringen können. Meist ist eine Blasenentzündung harmlos und kann schnell auskuriert werden. Sollte sie jedoch gehäuft vorkommen und sich auch nach mehreren Tagen keine Besserung einstellen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden, der entsprechende Medikamente verschreiben kann.

Blasenschwäche

Eine Blasenschwäche kann verschiedene Gründe haben. Die häufigsten Ursachen sind zum Beispiel Verschleißerscheinungen im Alter und die damit einhergehende Schwächung der Muskulatur, ein schwaches Bindegewebe, Schwangerschaften, Übergewicht, Prostataerkrankungen oder sonstige physische und psychische Auslöser. Charakteristisch für eine Blasenschwäche ist der unwillkürliche Verlust von Urin. Diese Merkmale können in sehr leichter Form, zum Beispiel mit leichtem Tröpfeln bei starkem Harndrang, auftreten und bis hin zu schweren Leiden, wie dem totalen Kontrollverlust über die Blasenaktivität reichen.

Blasentraining

Das sogenannte Blasentraining, oder auch Toilettentraining genannt, beschreibt eine nicht-medikamentöse Behandlung von Inkontinenz. Beim Blasentraining werden regelmäßige Toilettengänge trainiert und somit das Bewusstsein für die körpereigenen Signale gestärkt. Ein zu häufiger oder unregelmäßiger Gang zur Toilette kann bei einer schwachen Blase zur Folge haben, dass selbst bei geringster Füllung der Blase ein übermäßiger Harndrang suggeriert wird. Die planmäßigen Toilettengänge geben dem Betroffenen Sicherheit und trainieren ebenso die Kontrolle über den Harn- und Stuhldrang.

Demenz

Eine Demenz beschreibt den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und kann in verschiedenen Formen auftreten. Häufig tritt die Demenz in Verbindung mit der Alzheimer-Krankheit auf, bei der durch eine Störung bei der Ausschüttung von Botenstoffen, Nervenzellen Schaden nehmen oder absterben. Sie kann aber auch nur temporär auftreten, zum Beispiel ausgelöst durch Durchblutungsstörungen wie bei einem Schlaganfall oder durch Mangelerscheinungen, Vergiftungen oder Alkoholismus.

Doppelinkontinenz

Eine Doppelinkontinenz beschreibt sowohl den Kontrollverlust über die Blasen-, als auch über die Darmfunktion. Die häufigsten Ursachen dafür sind Folgen von Operationen, Unfällen oder Lähmungen, die eine gezielte Steuerung dieser Funktionen verhindern. Moderne Inkontinenzhilfsmittel wie verschiedene Windelhosen oder Einlagen ermöglichen den Betroffenen jedoch trotzdem ein normales Alltagsleben, ohne gesellschaftliche Einschränkungen. 

Dranginkontinenz

Bei der sogenannten Dranginkontinenz, auch Urge-Inkontinenz genannt, sind die Ursachen entweder sensorischer oder motorischer Natur. Dabei handelt es sich entweder um eine Wahrnehmungsstörung der Blasenfüllung oder um fehlgeleitete Nervenimpulse zum Blasenmuskel, die beispielsweise durch die Folgen neurologischer Erkrankungen sein können. Weitere Details zur sensorischen und motorischen Dranginkontinenz erfahren Sie in unserem Seresco Ratgeber Beitrag..

Enuresis

Das nächtliche Einnässen bei Kindern ab fünf Jahren wird in der Fachsprache als Enuresis bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten liegt eine genetisch bedingte Reifestörung des zentralen Nervensystems vor, bei der die hormonelle Regulation des Antidiuretischen Hormons ADH sowie die Schlaftiefe gestört sind. Nähere Informationen über die verschiedenen Formen der Enuresis erfahren sie auch in unserem Ratgeber-Beitrag „Enuresis – Inkontinenz bei Kindern“ oder unter dem Punkt „Bettnässen“ in diesem Glossar.

Extraurethrale Inkontinenz

Die extraurethrale Inkontinenz beschreibt eine sehr seltene Form der Inkontinenz. Ursache kann eine angeborene Fehlmündung des Harnleiters oder der Harnröhre sein, oder die Bildung einer sogenannten Urinfistel als Folge von Operationen, Geburten, Verletzungen oder vorangegangenen Blasenerkrankungen. Da bei der extraurethralen Inkontinenz der Schließmuskel umgangen wird, lässt sich der Harnabgang nicht willentlich kontrollieren. In den meisten Fällen lässt sich diese Form der Inkontinenz operativ beheben oder zumindest verbessern. 

Inkontinenz

Inkontinenz beschreibt den unwillentlichen Abgang von Urin oder Stuhl und tritt in verschiedenen Arten auf. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Krankheit, sondern um ein Symptom, welches verschiedene Ursachen haben kann. Die häufigsten sind dabei hormonelle Veränderungen oder die Schwächung der Schließmuskulatur im Alter, Harnwegsinfekte, neurologische Erkrankungen oder die Folgen von Operationen, Geburten oder Unfällen. Auch die Schweregrade der Inkontinenz können variieren.

Mehr zu den verschiedenen Arten der Inkontinenz, wie Belastungs-, Drang-, Reflex- oder Überlaufinkontinenz erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Katheter

Katheter dienen als Inkontinenzhilfsmittel für ableitende Inkontinenz und ermöglichen eine gezielte Entleerung der Blase. Sie werden in Einmal- und Dauerkatheter unterschieden und können je nach Bedarf oder als dauerhafte Ableitungsmethode verwendet werden. Wichtig beim Gebrauch von Kathetern, sind ein geübter Umgang sowie eine sterile Handhabung, um Verletzungen und Infektionen zu vermeiden. Lassen Sie sich vor dem Gebrauch unbedingt von einem Facharzt beraten. 

Miktion

Als Miktion wird die willkürlich gesteuerte Entleerung der Blase bezeichnet. Ist diese Entleerung nicht kontrollierbar, schmerzhaft oder anderweitig gestört, wird auch von einer Miktionsstörung gesprochen – auch bekannt als Blasenschwäche, Blasenstörung oder Inkontinenz. Die Miktion wird vom Nervensystem gesteuert, wobei Rezeptoren in der Blasenwand den Füllstand der Blase senden und somit eine willkürliche Anspannung des Blasenschließmuskels eintritt.

Die Kontrolle über die Miktion entwickeln Kinder in der Regel zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr. Voraussetzung ist jedoch ein intakter Schließmuskel sowie der Ausschluss von neurologischen Erkrankungen.

Miktionsprotokoll

Das Miktionsprotokoll dient der Erfassung des Flüssigkeitshaushalts, also des Verhältnisses zwischen Flüssigkeitsaufnahme und –abgabe bei einem Patienten. Dies dient vor allem zur Kontrolle bei Blasenstörungen und Inkontinenz, da neben der Flüssigkeitsaufnahme auch der Harndrang, die Harnmenge und der Urinverlust festgehalten werden.

Zur Überprüfung Ihrer eigenen Miktion können Sie sich nachfolgend kostenlos unser Miktionsprotokoll  herunterladen.

Miktionstagebuch

Ein Miktionstagebuch ist eine andere Bezeichnung für ein Miktionsprotokoll. Es dient der Kontrolle der zugeführten und abgegebenen Flüssigkeitsmenge und kann sowohl dem Betroffenen, als auch dem behandelnden Arzt dabei helfen, die Ursache für eine Inkontinenz zu erkennen.

Nykturie

Nykturie beschreibt das ein- oder mehrmalige nächtliche Erwachen auf Grund eines Harndrangs. Dabei können die Ursachen für die Schlafunterbrechung vielfältig sein und müssen nicht immer auf eine Blasenschwäche hindeuten. Eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme oder der Verzehr von harntreibenden Lebensmitteln vor der Bettruhe kann ebenfalls eine Nykturie auslösen. Stellen sich die Symptome jedoch regelmäßig ein, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und die Ursache für den nächtlichen Harndrang untersuchen lassen.

Paruresis

Die Paruresis wird umgangssprachlich auch als „schüchterne Blase“ bezeichnet und zeigt sich häufig bei Männern. Bei dieser psychischen Störung kann die Blase nicht vollständig oder gar nicht entleert werden, wenn sich der Betroffene außerhalb der eigenen vier Wände bzw. auf öffentlichen Toiletten befindet. Häufig schweigen die Betroffenen aus Scham, obwohl eine Paruresis gut therapierbar ist.

Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz wird in zwei Formen unterschieden, da ihre Ursachen entweder auf eine Schädigung des Gehirns, oder auf eine Verletzung des Rückenmarks zurückzuführen sind. Da diese Ursachen neurologischer Natur sind, kann einer Reflexinkontinenz leider nicht vorgebeugt werden. Durch eine moderne Inkontinenzversorgung mit Kathetern kann der Alltag jedoch deutlich erleichtert werden, sodass sich Betroffenen weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen können.

Reizblase

Eine Reizblase, oder auch überaktive Blase genannt, ist keine Krankheit – sie kann jedoch die gleichen Symptome hervorrufen wie verschiedene Inkontinenzformen. Bei einer sogenannten Reizblase kommt es trotz leerer Blase häufig zu einem plötzlichen starken Harndrang, bei dem die Blase dann jedoch nur kleine Mengen Urin abgibt. Oft kann es dabei auch zu einem unkontrollierten Abgang von Urin kommen.

Stress-Inkontinenz

Die Stress-Inkontinenz wird auch als Belastungsinkontinenz bezeichnet und hat nichts mit dem psychischen Stress, wie er in verschiedenen Situationen auftreten kann, zu tun. Hierbei ist vielmehr der Stress in Form von Anstrengung oder einem überhöhten Druck auf den Blasenraum gemeint. So tritt diese Form der Inkontinenz häufig beim schweren Heben oder bei plötzlichem Husten oder Niesen auf. Dieser erhöhte Druck auf den Bauchraum kann dann den unkontrollierten Abgang von Urin verursachen.

Stuhlinkontinenz

Bei einer Stuhlinkontinenz verliert der Betroffene die Fähigkeit, seinen Darm willentlich zu entleeren. Dabei wird die Stuhlinkontinenz in verschiedene Schweregrade unterschieden, die von leichteren Beschwerden wie unkontrollierten Gasen bis hin zu schweren Beschwerden wie dem kompletten Kontrollverlust über die Darmfunktion reichen können. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und sollten in jedem Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.

Toilettentraining

Das Toilettentraining wird auch als Blasentraining bezeichnet und dient dazu, Inkontinenzbetroffenen wieder mehr Kontrolle über ihre Blasenfunktion zu ermöglichen. Dabei werden die Abstände der einzelnen Toilettengänge verlängert und somit das Bewusstsein für die Körperfunktionen gestärkt. Vielen Betroffenen kann ein Toilettentraining wieder mehr Lebensfreude im Alltag schenken und die Inkontinenzbeschwerden deutlich minimieren.

Trockene überaktive Blase

Die trockene überaktive Blase wird daher als trocken bezeichnet, da die Betroffenen einen starken Harndrang verspüren, obwohl die Blase nicht gefüllt ist. Dabei handelt es sich um ein fehlgeleitetes Signal vom Gehirn, das einen falschen Blasenfüllstand angibt und somit den Harndrang sowie den Abgang von Urin auslöst. Häufig ist eine überaktive Blase auch mit einer Inkontinenz verbunden.

Tröpfelinkontinenz

Die Tröpfelinkontinenz wird auch als Überlaufinkontinenz bezeichnet und tritt vor allem bei Männern oder bei Schwangeren auf. Ursache für die Tröpfcheninkontinenz ist entweder ein erhöhter Druck auf die Blase oder eine verengte Harnröhre, sodass sich die Harnblase nicht vollständig entleeren kann. Es entstehen ein ständiger Harndrang sowie ein unkontrollierter Abgang kleiner Urinmengen.

Überflussinkontinenz

Die Überflussinkontinenz wird auch als Überlaufinkontinenz oder Tröpfcheninkontinenz bezeichnet und entsteht als Folge von einem erhöhten Druck auf die Blase sowie eine Fehlfunktion der ableitenden Harnwege. Dadurch das sich die Blase nicht vollständig entleeren kann, ist sie einem bestimmten Zeitpunkt überfüllt und gibt unkontrolliert kleinere Urinmengen ab.

Überflaufinkontinenz

Die Überlaufinkontinenz oder auch Tröpfcheninkontinenz betrifft in der Regel mehr Männer als Frauen. Dabei kann sich die Blase aus verschiedenen Ursachen nicht vollständig entleeren und läuft zur Folge über. Dabei werden unwillentlich kleine Urinmengen abgegeben und der Betroffene leidet unter einem ständigen Harndrang. Mehr über das Thema erfahren Sie auch in unserem Ratgeber im Beitrag „Überlaufinkontinenz/ Tröpfcheninkontinenz“.

Urge-Inkontinenz

Die Urge-Inkontinenz beschreibt eine Dranginkontinenz, bei der die Ursachen sensorischer oder motorischer Natur sind. Urge-Inkontinenz basiert auf dem englischen Wort „urgency“ und bedeutet so viel wie Dringlichkeit. Häufig tritt diese Form der Inkontinenz auch als Mischform mit einer Belastungsinkontinenz auf, daher ist es stets ratsam, sich einem Facharzt anzuvertrauen.