70 ist das neue 60 – Vorteil oder Belastung?

70 ist das neue 60 - Vorteil oder Belastung

Die Menschen in Deutschland werden, wie in den meisten Industrienationen, immer älter. Das ist doch grundsätzlich schon mal eine gute Nachricht. Und vielen Behauptungen und Meinungen zum Trotz werden sie nicht nur älter, sondern bleiben auch durchschnittlich länger gesund.

Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Lebenserwartung bei Männern heute bei 77 Lebensjahren und bei Frauen sogar bei 82 Lebensjahren, was in etwa doppelt so hoch wie noch vor 100 Jahren ist.

Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Häufig wird gerade in den Medien ein sehr einseitiges Bild des demografischen Wandels gezeichnet, in dem die wachsende Anzahl an älteren Menschen als Belastung für die Gesellschaft gesehen und immer wieder von einer drastischen Zunahme an Pflegebedürftigen gesprochen wird.

Aber Statistiken zeigen ganz klar, dass es wesentlich weniger dramatisch ausgehen könnte, als bisher prognostiziert. Ein Hauptgrund hierfür ist vor allem die durchschnittlich bessere Gesundheit der älteren Menschen. Dieser obliegt vor allem den enormen Fortschritten in der Hygiene, in der Ernährung, in der Gesundheitsversorgung, der Medizin sowie der Arbeitsbedingungen. Letzteres sieht man vor allem an klassischen „Risiko-Berufen“, wie dem Bergbau, dessen Arbeitsschutzbedingungen sich stark verbessert haben. Während vor 30 Jahren noch zahlreiche Bergleute an einer ausgeprägten Staublunge litten, sind die Arbeitsbedingungen heute wesentlich besser.

Ein aktiver Lebensstil hält jung

Viele Senioren mit 70 Jahren oder älter gehen regelmäßig zum Sport, walken, fahren Fahrrad oder halten sich anderweitig fit. Dadurch entsteht eher ein gegenteiliges Problem. Es gibt inzwischen sehr viele ältere Menschen, die fit sowie leistungsfähig sind und am Leben und auch am Arbeitsmarkt teilhaben möchten. Allerdings haben jene nun Schwierigkeiten, in allen Bereichen akzeptiert zu werden.

Das Thema Pflegenotstand

Schon in den nächsten Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er Jahre ins Seniorenalter kommen. Und selbst wenn diese im Schnitt wesentlich fitter sein werden, als Ihre Altersgenossen es vor einigen Jahren waren, wird es schon allein auf Grund der großen Anzahl an Senioren statistisch mehr Pflegefälle geben. Genau für diese Situation gilt es innerhalb unserer Gesellschaft eine Lösung zu suchen und zu finden.

Ein interessanter Ansatz ist sicherlich in den skandinavischen Ländern zu finden, in denen vermehrt auf ein Mischmodell gesetzt wird. Hierbei gibt es einen Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland, welche die professionelle Pflege übernehmen und gleichzeitig wird vermehrt auf bürgerliches Engagement gesetzt. Das heißt in diesem Fall: Ältere, die noch fit sind, pflegen Ältere, die nicht mehr können.

Was bedeutet das für Sie?

Abseits der ganzen Diskussion um einen Pflegenotstand, ist es doch viel wichtiger, dass Sie Ihr Altern völlig individuell gestalten können. Wer gesund und aktiv lebt, seinen Freundeskreis pflegt und weiterhin nach Herausforderungen im Leben sucht, hat gute Chancen ein längeres Leben ohne benötigte Pflege zu führen. Oder wie sehen Sie das?

Wir würden gern Ihre Meinung zum Thema „demografischer Wandel“ sowie neue Altersbilder lesen. Sind Sie selbst im entsprechenden Alter und führen ein aktives Leben? Wir sind gespannt auf Ihre Meinungen und Kommentare!

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