Alkohol-Mythen und was an Ihnen dran ist

Alkoholmythen

Gerade findet wieder das alljährliche Oktoberfest statt und hier fliesst ja bekanntlich der Alkohol nur so in Strömen. Daher ist es jetzt einmal an der Zeit mit den größten Alkohol-Mythen unserer Zeit gründlich aufzuräumen.

Positive Aussagen, wie Alkohol mache selbstbewusster, kontaktfreudiger und attraktiver tragen dazu bei, die Gefahren des Nervengifts gänzlich zu unterschätzen. Auch Mythen wie „Alkohol wärme von Innen“ oder der Klassiker „Bier auf Wein, lass das sein“ tragen nicht unbedingt zu einem sorgsamen Umgang mit der Droge Alkohol bei. Zwar wird immer wieder davon gesprochen, dass Alkohol selbstbewusster und gut gelaunt mache, aber sicher ist eigentlich nur, dass das Zellgift Ethanol betrunken und auf Dauer die Leber kaputt macht.

Im folgenden werden wir die drei bekanntesten Volksweisheiten rund um Bier, Wein und Schnaps näher unter die Lupe nehmen:

1. Alkohol wärmt von innen

Hilft ein heißer Grog oder Glühwein wirklich besser als Tee beim Aufwärmen in der Kälte? Kann Schnaps sogar Erfrierungen vorbeugen? Mitnichten! Zwar wird durch den Konsum von Alkohol ein kurzfristiger Wärmeeffekt hervorgerufen, aber die Körpertemperatur selbst steigt nicht an. Im Gegenteil: Zwar erzeugt Alkohol zunächst ein wärmendes Gefühl, da er die Blutgefäße erweitert, aber das alkoholbedingte Wärme empfinden ist trügerisch. Durch die Erweiterung der Hautgefäße, empfinden wir nicht nur wohlige Wärme, sondern es fließt auch mehr Blut an die Körperoberfläche, wo es schnell an Temperatur verliert und wir als Folge dessen schnell auskühlen.

Der Mensch ist ja bekanntlich ein Warmblüter und muss daher stets eine gleichmäßige Körpertemperatur von rund 37°C aufrechterhalten, damit alle Organe richtig funktionieren können. Aufgenommene Wärme, Wärmeproduktion und abgegebene Wärme müssen immer im Gleichgewicht sein, aber durch den Alkoholkonsum wird diese natürliche Wärmeregulation außer Kraft gesetzt. Das problematische daran ist, dass wir durch die betäubende Wirkung des Alkohols den Wärmeverlust nicht mehr richtig wahrnehmen können und innerlich auskühlen. Dies kann Erfrierungen bis hin zum Kältetod als Folge haben.

Bei klirrender Kälte sollte man stattdessen warme, alkoholfreie Getränke wie Tee konsumieren. Ansonsten kann auch eine leckere Suppe Wärme spenden, besonders wenn sie mit Gewürzen, wie Chili, Ingwer, Rosmarin, Thymian oder Zimt angereichert ist. Diese Gewürze fördern die Durchblutung der Verdauungsorgane, die ein wesentlicher Wärmespeicher im Körper sind.

2. Bier auf Wein, lass das sein

Wer kennt ihn nicht, den berüchtigten Kater danach. Seitdem der Mensch Alkohol konsumiert, versucht er Mittel und Wege zu finden, dem lästigen Kater den Kampf anzusagen. Neben gängigen Mitteln, wie Heringe, Salzgebäck und saure Gurken, gibt es auch vorbeugende Ratschläge, wie die bekannteste Tresen-Weisheit: „Bier auf Wein, lass das sein“ und der dazugehörige Umkehrschluss: „Wein auf Bier, das rat ich Dir!“ Doch was ist dran an der Weisheit?

Es ist völlig egal, in welcher Reihenfolge wir alkoholische Getränke konsumieren, einzig und allein die Menge sorgt für den Kater. Allerdings kann es gegen einen Kater durchaus hilfreich sein, den ganzen Abend bei ein und demselben Getränk zu bleiben. Geschmacklich kann dies dazuführen, dass einem schnell langweilig wird und man irgendwann mit dem Trinken aufhört, während hingegen das Wechseln des Getränks für geschmackliche Abwechslung und erhöhten Konsum sorgt.

3. Man kann sich sein Gegenüber schöntrinken

Wer erinnert sich noch an die wirklich gut gemachte Carlsberg Bier Werbung bei dem nach jedem Glas Bier die Frau immer hübscher wird? Glaubt man dem urbanen Mythos, dann kann Alkohol tatsächlich Wunder vollbringen: ein paar Schluck und schon verwandelt sich der durchschnittliche Typ von gegenüber in unseren Traumpartner. Stimmt das? Können wir uns andere Menschen wirklich schöntrinken? Oder werden wir bloß von Getränk zu Getränk genügsamer?

Britische Wissenschaftler befassten sich mit diesem Phänomen und kamen zu einem interessanten Ergebnis. Die Hälfte einer Gruppe von Testpersonen bekam einen Viertelliter Alkohol zu trinken, während die andere Hälfte unwissentlich die alkoholfreie Variante zu sich nahm. Anschließend sollten die Teilnehmer die Attraktivität bestimmter Personen des anderen und auch des gleichen Geschlechts bewerten. Zwar fanden die leicht alkoholisierten Teilnehmer die Personen durchweg attraktiver, allerdings bezog sich dies nicht nur auf das andere Geschlecht, sondern auch auf Menschen des eigenen Geschlechts.

Doch trifft dies auch im wahren Leben zu? Zwar können Männer sich Frauen schöntrinken, aber da Frauen meistens weniger trinken, wendet sich das Blatt und die betrunkenen Männer werden schnell als unattraktiv empfunden. Somit haben Männer unter Alkoholeinfluss also deutlich geringere Chancen bei Frauen.

Aber wie funktioniert jetzt eigentlich dieses „Schöntrinken“ genau?

Normalerweise empfinden wir eine Person dann als besonders attraktiv, wenn sie zwei ebenmäßige Gesichts- und Körperhälften hat. Eine physiognomische Symmetrie deutet angeblich unterbewusst auf eine genetisch bessere Ausstattung und somit auf Fortpflanzungsfähigkeit hin. Unter Alkoholeinfluss verschlechtert sich allerdings unsere Fähigkeit, Symmetrien zu erkennen. Wenn also jemand getrunken hat, dann fallen ihm körperliche Unregelmäßigkeiten (Asymmetrien) weniger stark auf.

Jetzt lässt sich zwar sagen, dass Menschen unter Alkoholeinfluss weniger kritisch und unaufmerksamer sind, aber das macht das Gegenüber keineswegs schöner. Von „Schöntrinken“ kann hier also nur im abstrakten Sinne die Rede sein und außerdem kommt dann im nüchternen Zustand meistens das böse Erwachen.

Abschließend sei also nochmal gesagt, dass gegen ein wenig Alkohol, wie zum Beispiel ein Gläschen Rotwein nichts einzuwenden ist, aber erhöhter Alkoholkonsum in keiner Form positiv zu betrachten ist. Und sollte Ihnen im Winter wiedermal kalt sein, dann ist eine Suppe wesentlich förderlicher als ein Schnaps.

Hier geht´s zum Rezept für eine köstliche Kürbissuppe mit Kokos und Curry.

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