Alternative Heilmethoden und ihre Wirkung Teil 1

Alternative Heilmethoden und ihre Wirkung

Nachdem jahrzehntelang das Interesse an technischen und chemischen Behandlungen von Krankheiten die Medizinwelt dominiert hat, wird natürliches Heilen wieder interessant und modern. Zwar konnte die Schulmedizin immer wieder großer Erfolge einfahren, aber manche weit verbreiteten Krankheiten ließen sich auch mit modernsten Methoden nicht in den Griff bekommen.

Naturheilkunde zeitaufwendiger als Schulmedizin

Laut der Abteilung für Naturheilkunde am Berliner Immanuel-Krankenhaus, sind alternative Heilmethoden häufig zeitaufwendiger als die klassische Schulmedizin und in vielen Fällen muss sich der Patient aktiv beteiligen, aber wissenschaftliche Daten könnten beweisen, dass sie nachhaltiger seien. Vor allem chronisch Kranke könnten von solchen Behandlungen profitieren.

Hinzu kommt, dass in vielen leichteren Erkrankungsfällen eine aufwendige und nicht selten mit Nebenwirkungen behaftete Therapie unnötig ist. Daher besinnen sich immer mehr Patienten und Ärzte auf natürliche und schon über hunderte von Jahren bewährte Mittel und Methoden zurück, um Krankheiten vorzubeugen oder den Heilungsprozess zu unterstützen.

Da aber nicht alles, was unter „Natürlichkeit“ verbucht wird, auch wirklich dem Anspruch gerecht wird und die Grenzen zwischen „Schulmedizin“ und „Naturheilverfahren“ immer weiter verschmelzen, wollen wir Ihnen die verschiedenen, inzwischen teilweise anerkannten Heilmethoden in unserer aktuellen Reihe vorstellen.

Eingesetzte Mittel und Methoden bei Naturheilverfahren

Bevor wir uns den einzelnen Naturheilverfahren widmen, wollen wir noch kurz die natürlichen, von der Natur vorgegebenen Mittel und Methoden, die zur Behandlung verwendet werden, erwähnen:

  • verschiedene Heilpflanzen
  • natürliche Nahrungsmittel
  • Heilquellen, Heilgase, Torf
  • Mineralien, Salze
  • unterschiedliche klimatische Faktoren
  • unterschiedliche Temperaturen (warm und kalt)
  • Licht und UV-Strahlung
  • elektrische Ströme
  • Bewegung und Krankengymnastik
  • Massagen und manuelle Therapien
  • Heildiäten, Fastenkuren
  • Bestimmte Atemtechniken, Entspannungstechniken und Kunsttherapie

Aus all diesen unterschiedlichen Mitteln ergeben sich zahlreiche alternative Heilmethoden, die in unterschiedlichen Bereichen Einsatz finden und teilweise von der Krankenkasse durch Zuzahlungen gefördert werden.

Was genau und in welchem Umfang die Heilverfahren bezuschusst werden, hängt von Ihrer jeweiligen Krankenkasse ab. Oft finden Sie auf der Webseite Ihrer Kasse detaillierte, weiterführende Informationen zu den alternativen Heilmethoden.

Ayurveda – das älteste Heilwissen der Welt

Ayurveda ist das indische „Wissen über das Leben“ und gilt als ältestes überliefertes Gesundheitssystem. Man geht heute davon aus, dass es mindestens 5000 Jahre alt ist. Im Ayurveda ist alles im Universum aus den neun Substanzen (Dravyas) zusammengesetzt: Hierzu gehören neben dem Geist „Manas“, der Seele „Atman“, dem Raum „Dik“ und der Zeit „Kala“ vor allem die bekannten fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Raum und Luft, die in jedem Stoff mit unterschiedlicher Proportion enthalten sind und somit auch in jedem Lebewesen.

Innerhalb eines Körpers bilden sie die drei sogenannten Doshas: Kapha, Pitta und Vata. Jeder Mensch hat ein eigenes Dosha-Muster. Gerät dieses aus dem Gleichgewicht, bekommt man gesundheitliche Probleme. Aber durch gezielte Ernährung, verschiedene Reinigungskuren, Ölmassagen und ayurvedische Heilkräuter können unsere Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Da erste deutsche Ayurveda-Studien eine Wirksamkeit, beispielsweise bei Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Problemen, belegen, gibt es inzwischen vereinzelte Kliniken, die ayurvedische Heilmethoden anbieten. Zu Hause hingegen zielt Ayurveda aber vor allem auf einen Wellness-Effekt ab.

Hierzu gehören sowohl Ganzkörpermassagen mit erwärmten Sesamöl, wie auch verschiedene Biotees, die auf die persönliche Dosha-Konstitution abgestimmt werden. Wer sich näher mit dieser alternativen Heilmethode befassen möchte, findet mit dem Buch „Das große Ayurveda-Buch“ von Kerstin Rosenberg einen guten Einstieg in das Thema.

Homöopathie – Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Fälschlicherweise wird häufig alles, was im Medikamentenbereich rein pflanzlicher Natur ist, im Volksmund als homöopathisch bezeichnet. Dies ist aber grundlegend falsch, vielmehr beruht die Homöopathie auf dem Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet, dass bei einem Kranken genau das Mittel eingesetzt wird, das bei einem Gesunden die Symptome der Erkrankung hervorruft.

Bei Schnupfen mit triefender Nase und tränenden Augen wäre dies beispielsweise Zwiebel. Die Zwiebel wird aber nicht einfach so verabreicht, sondern die Ausgangssubstanz wird stark verdünnt und auf besondere Weise verschüttelt. Durch dieses sogenannte Potenzieren entfalten die Tabletten, Kügelchen und Tinkturen aus homöopathischer Sicht erst so richtig ihre Wirkung.

Die Homöopathie hat sich unter anderem bei Infekten, Heuschnupfen und Kinderkrankheiten bewährt und auch im Bereich der chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, konnten Erfolge erzielt werden.

Zwar kann man kleinere Beschwerden auch selbst behandeln, aber da die homöopathischen Regeln meist doch komplizierter, als oftmals dargestellt, sind, empfiehlt es sich, sich an einen ausgebildeten Therapeuten mit Diplom des Zentralvereins homöopathischer Ärzte zu wenden.

Weitere alternative Heilmethoden werden wir dann im zweiten Teil unserer Reihe „Alternative Heilmethoden und ihre Wirkung“ vorstellen.

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