Appetitlosigkeit im Alter – so schmeckt das Essen wieder

Appetitlosigkeit bei Senioren

Unter Appetitlosigkeit leidet so ziemlich jeder Mensch mal in seinem Leben, aber gerade im Alter vergeht vielen Senioren der Appetit. Zwar ist es generell normal, dass mit fortgeschrittenem Lebensalter häufig auch das Hungergefühl abnimmt, aber sollte die Lust auf Nahrungsaufnahme immer mehr abnehmen und sich auch das Körpergewicht des Betroffenen weiter reduzieren, muss der Sache auf den Grund gegangen werden.

Neben dem nachlassenden Hungergefühl, einer längeren Magenpassagenzeit (Zeitspanne, die sich das Essen im Magen befindet) und häufigeren Verstopfungen können auch Sodbrennen, Schmerzen beim Kauen oder verminderte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung Ursachen von Appetitlosigkeit im Alter sein.

Gerade die Wahrnehmung des Geschmacks im Alter hat einen erheblichen Anteil an der häufigen Appetitlosigkeit. Hauptverantwortlich hierfür ist die reduzierte Anzahl an Geschmacksknospen, die vor allem die Geschmacksqualitäten süß und salzig negativ beeinträchtigen.

Der Geruchssinn spielt eine große Rolle

Hinzu kommt, dass auch der Geruchssinn im Alter stark nachlässt. So liegt die Geruchswahrnehmungsgrenze bei einem alten Menschen bis zu zwölfmal höher als bei einem jungen Erwachsenen. Da Geschmack und Geruch maßgeblich den Genuss des Essens beeinflussen, wirken sich die Einschränkungen negativ auf den Appetit aus.

Um daraus resultierenden Gewichtsverlust, Vitaminmangel und eine Schwächung des Immunsystems zu verhindern, sollten Sie versuchen, bei der Speisenzubereitung den Geschmacks- und Geruchssinn anzuregen. Dies erreichen Sie am besten, wenn Sie die Speisen kräftig würzen.

So kommt der Appetit zurück

Kräftig würzen bedeutet in diesem Fall aber nicht, dass Sie mehr Salz oder Zucker an die Speisen machen sollen. Verwenden Sie lieber frische Kräuter, Curry, Knoblauch, Muskatnuss und andere Gewürze. Durch den intensiven Duft wird zusätzlich der Appetit angeregt.

Außerdem nimmt zwar die Geschmackswahrnehmung für Salziges und Süßes ab, aber gleichzeitig steigt sie für Saures und Bitteres, sodass sich bittere Gemüsearten, wie zum Beispiel Chicorée, oder Zitrusfrüchte empfehlen.

Aber nicht nur das Würzen spielt eine große Rolle, sondern auch andere Faktoren können ihren Teil dazu beitragen, dass das Essen wieder attraktiver wird und der Appetit zurückkommt.

Das Auge isst mit

Da gerade im Alter viele Menschen unter Sehstörungen leiden, kann das Essen auf dem Teller schnell wie ein unappetitlicher, grauer Brei aussehen. Um dies zu verhindern, sollte man Lebensmittel mit kräftigen Farben, wie Karotten, Tomaten oder Paprika verwenden und die Speisen appetitlich auf dem Teller anrichten. Zusätzlich kann auch buntes Geschirr gegen die Appetitlosigkeit im Alter helfen.

Auch die Atmosphäre beim Essen spielt eine nicht unerhebliche Rolle. Wenn das Essen zur lästigen Angelegenheit wird, macht es kaum noch Spaß. Stattdessen sollte Essen zum Beispiel ein Gemeinschaftserlebnis mit Freunden oder dem Partner sein.

Da ältere Menschen schneller und länger satt sind, empfiehlt es sich, anstatt drei großen Mahlzeiten mindestens fünf kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Kleinere Portionen wirken in der Regel weniger abschreckend, außerdem hat man so die Möglichkeit, die Mahlzeiten noch abwechslungsreicher zu gestalten und nicht immer das Gleiche zu essen.

Mundgerechte Portionen erleichtern das Essen

Da einige Senioren unter Kauproblemen leiden und das künstliche Gebiss oder die Zähne beim Essen schmerzen können, sollten die Gerichte so zubereitet werden, dass sie leichter zu kauen sind.

Auch das Trinkverhalten kann sich negativ auf den Appetit auswirken. Da Senioren schnell unter einem trockenen Mund leiden, sollten sie viel trinken, auch während der Mahlzeiten. Ansonsten führt der fehlende Speichel dazu, dass sich die Geschmacksstoffe im Mund nicht voll entfalten können.

Und zu guter Letzt gibt es natürlich noch Medikamente, die sich negativ auf den Appetit auswirken können. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, das Thema mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Oft kann sich schon ein anderer Einnahmezeitpunkt des Medikamentes positiv auf den Appetit auswirken.

Nahrungsergänzungsmittel bei Appetitlosigkeit im Alter

Sollte eine geregelte Nahrungsaufnahme durch Kau- und Schluckbeschwerden oder sonstige Symptome nicht mehr möglich sein, empfiehlt es sich auf spezielle hochkalorische Trinknahrung als Nahrungsergänzungsmittel oder als vollbilanzierte Kost zurück zu greifen. Holen Sie sich diesbezüglich jedoch vorher den Rat eines Facharztes ein.

Sollten Sie noch Fragen oder Anregungen zum Thema „Appetitlosigkeit im Alter“ haben, können Sie uns natürlich gerne kontaktieren.

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