Die nette Toilette in Ihrer Stadt

Die nette Toilette

Die Situation dürfte jeder kennen: Sie sind gerade in der Stadt unterwegs und müssen plötzlich dringend zur Toilette. Jetzt heißt es schnell ein öffentliches WC zu finden. Normalerweise ist es auch kein Problem, in Ruhe zu suchen und sich die Notdurft noch ein wenig zu verkneifen, doch in Deutschland leiden über 10 Millionen Menschen unter Harn- und Stuhlinkontinenz und haben keine Möglichkeit den Stuhl oder Urin zu halten. Viele der Betroffenen ersparen sich mögliche Peinlichkeiten und bleiben lieber ganz zu Hause.

Hauptproblem ist hierbei die aktuelle Situation um öffentliche WCs. Es gibt einfach zu wenige und wenn es welche gibt, dann sind diese so ramponiert und dreckig, dass es einen abstößt. Auch die Toilette in der nächsten Kneipe oder dem nächsten Café wird leider nicht immer die gewünschte Hilfe sein, da laut Gesetzgeber nur Kunden ein Recht auf Nutzung der sanitären Anlagen haben. Eine Ausnahme ist, wenn Sie wegen Ihrer Blasen- oder Darmerkrankung einen Schwerbehindertenausweis besitzen und diesen vorlegen können. Aber viele besitzen gar nicht einen solchen Ausweis oder wollen ihn auf Grund ihres Schamgefühls lieber nicht zeigen.
Zwar gibt es immer wieder nette Kneipiers, die bei nettem Nachfragen bereitwillig Ihre Toilette zur Verfügung stellen, aber viele denken auch hier nur an die Kosten, ihre Gästetoiletten sauber zu halten.

Abhilfe geschaffen mit innovativem Konzept

Um unangenehme Situationen und daraus resultierendes Wildpinkeln zu vermeiden, setzte sich schon 2002 eine Werbeagentur in Aalen mit der Stadt zusammen und entwickelte das Konzept „Nette Toilette“.
Heute, über 12 Jahre später, finden sich „nette Toiletten“ inzwischen in über 150 deutschen Städten, wie Bremen, Kiel, Würzburg oder Freiburg. Ein Aufkleber mit einem roten Logo und WC-Nullen signalisiert den Passanten, dass in dem gekennzeichneten Café, der Bankfiliale oder der Modeboutique jeder kostenlos auf die Toilette gegen darf. Zusätzlich findet man im Internet, sowohl auf der kampagneneigenen Seite www.die-nette-toilette.de wie auch in den Internetauftritten der Städte, eine Auflistung mit den teilnehmenden Geschäften und Cafés.

Nicht nur, dass der geplante Einkaufsbummel endlich nicht mehr zum Spießrutenlauf wird, auch die jeweilige Stadt spart trotz der gezahlten Aufwandsentschädigung an die Händler und Gastronomen erhebliche Kosten für eigene öffentliche Toiletten. Außerdem versucht man so das „Wildpinkel-Problem“ weiter einzudämmen.

Alternativen zur „netten Toilette“

Trotzdem gibt es immer noch zahlreiche Städte, wie München oder Berlin, die sich bisher nicht an dem Konzept beteiligen. Aber auch Städte die nicht direkt an dem Konzept teilnehmen, haben, wie zum Beispiel Dresden, Ihre eigene Variante geschaffen. Auf der Seite der deutschen Kontinenz Gesellschaft finden Sie weitere Toilettenführer für deutsche Städte. Außerdem finden Sie beim Online Portal mit dem zugegeben etwas uncharmanten Namen www.gratispinkeln.de über 2000 kostenlose Toiletten in Deutschland.

Sollten trotzdem keine kostenlosen Toiletten in Ihrer Stadt dabei sein, hoffen wir, dass Sie nicht zu Hause bleiben und sich nur auf Grund Ihrer Blasenschwäche oder Inkontinenz isolieren. Stattdessen sollten Sie weiterhin aktiv am sozialen Leben teilnehmen.

Wo fehlt die nette Toilette?

Uns als Versorgungsspezialist im Inkontinenzbereich liegt es sehr am Herzen, dass Betroffene mit Inkontinenz unternehmenslustig bleiben und sorgenfrei Ausflüge unternehmen können. Daher  möchten wir uns gern dafür einsetzen, dass die Grundidee der netten Toiletten flächendeckend umgesetzt wird. Helfen Sie uns dabei und schreiben Sie uns, wo Sie kostenlose und öffentlich zugängliche Toiletten vermissen.

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