Diuretika – harntreibende Getränke

diuretika-harntreibende-getraenkeVorab zur Begriffsklärung: Als „Diuretika“ werden nicht nur harntreibende Getränke bezeichnet, sondern alle harntreibenden Mittel und Substanzen, die eine vermehrte Harnausscheidung bewirken. Dazu zählen verschiedene Lebensmittel, aber auch Medikamente. In der folgenden Diuretika-Artikelreihe möchten wir Ihnen verschiedene Diuretika aus dem Lebensmittelbereich vorstellen, die Sie vor allem bei Beschwerden mit Inkontinenz vermeiden sollten, um Ihre Symptome nicht zu verschlimmern und Ihren Alltag zu erleichtern.

Wenig trinken bei Inkontinenz

Viele Inkontinenzbetroffene trauen sich kaum, die ausreichende Tagesmenge an Flüssigkeit zu sich zu nehmen, aus Angst nicht rechtzeitig eine Toilette aufsuchen zu können. Doch das ist falsch und kann die Symptome im schlimmsten Fall sogar verstärken. Eine unzureichende Menge an Flüssigkeit schadet nämlich nicht nur dem gesamten Organismus – es kann beispielsweise zu Kopfschmerzen oder Dehydration kommen  – sondern zu wenig Flüssigkeit steigert auch die Konzentration des Urins und fördert unter Umständen die Entstehung von schmerzhaften Entzündungen.

Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von etwa 1,5-2 Litern täglich (empfohlene Tagesmenge der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) ist wichtig für den gesamten Körper und sorgt dafür, dass Giftstoffe aus dem Körper geschwemmt werden. Harntreibende Getränke, beziehungsweise die diuretisch wirkenden Inhaltsstoffe dieser Getränke, fördern den Abtransport von Giftstoffen und Bakterien und werden daher oft bei Nieren- und Blasenerkrankungen empfohlen. Bei einer Blasenentzündung ist der harntreibende Effekt schließlich durchaus erwünscht.

Für Betroffene mit Belastungsinkontinenz oder Dranginkontinenz sind Diuretika hingegen kontraproduktiv und sollten daher durch besser geeignete Getränke ersetzt werden.

Harntreibende Getränke bei Inkontinenz vermeiden

Zu den harntreibenden Getränken zählen vor allem alkohol- und koffeinhaltige Getränke wie Bier, Kaffee, aber auch Tee. Insbesondere spezielle Blasen- und Nierentees sollten nur bei entsprechenden Beschwerden und nicht in zu großen Mengen getrunken werden. Besonders harntreibend wirken Mate, Brennessel und Birkenblätter. Aber auch schwarzer und grüner Tee wirken harntreibend. Im Sommer sollten Sie bei Eistees darauf achten, dass die Grundlage nicht auf schwarzem oder grünem Tee basiert und auf Früchtetees zurückgreifen.

Verantwortlich für die harntreibende Wirkung der Diuretika ist die Hemmung des Hormons ADH (Antidiuretisches Hormon oder Adiuretin), welches dafür sorgt, dass das Wasser im noch nicht ausgeschiedenen Harn zurück in den Körperkreislauf gelangt und dort verwertet wird. Somit wird vermehrt Flüssigkeit in der Blase gesammelt, was einen vermehrten Harndrang zur Folge hat.

Alternativen zu harntreibenden Getränken

Am besten zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme ist stilles Mineralwasser geeignet. Es enthält alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien, die der Körper braucht und wirkt schonend auf den Magen. In Deutschland ist jedoch auch das Leitungswasser qualitativ besonders hochwertig. Allerdings sollten Sie bei einer großen Aufnahme von Leitungswasser darauf achten, die Mineralien und Salze, die mit dem Urin und Schweiß ausgeschieden werden, durch eine Prise Meersalz im Leitungswasser zu kompensieren. Fügen Sie pro Liter Leitungswasser einfach eine Messerspitze Salz hinzu.

Kohlensäurehaltiges Wasser kann in großen Mengen den Magen reizen und zu Sodbrennen führen. Aber probieren Sie am besten selbst aus, wie gut Ihnen die Kohlensäure bekommt.

Auch auf Tee müssen Sie nicht verzichten. Koffeinfreier Rooibos (Rotbuschtee) wirkt nicht harntreibend und ist zudem gesund. Kaffee sowie schwarzer oder grüner Tee sind in kleinen Mengen aber natürlich auch nicht verboten. Vermeiden Sie einfach, die harntreibenden Getränke direkt vor dem Schlafengehen oder vor Ausflügen zu sich zu nehmen.

In unserem nächsten Artikel erfahren Sie alles über Diuretika – harntreibende Kräuter. Wenn Sie weitere Erfahrungen mit harntreibenden Getränken haben, die hier noch nicht erwähnt wurden, hinterlassen Sie uns gern einen Kommentar unter diesem Beitrag.

Teilen Sie diesen Beitrag gern mit Ihren Freunden und Bekannten!
Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Email this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.