Fasten – nicht nur aus religiösen Gründen

Fasten

Aktuell befinden wir uns gerade wieder in der 40-tägigen Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Traditionell auf religiöse Gründe zurückzuführen, fasten heute die meisten Menschen aus ganz anderen Gründen.

Begriffsklärung

Fasten bezeichnet die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln für einen bestimmten Zeitraum. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Althochdeutschen und bedeutet „an den Geboten der Enthaltsamkeit festzuhalten“.

Als Gestaltungselement des Lebens ist Fasten in zahlreichen Religionen belegt und findet auch heute noch seine Anwendung. In diesem Kontext dient das Fasten unter anderem der Reinigung der Seele, der Buße im Christentum, der Abwehr des Bösen, dem Streben nach Konzentration, Erleuchtung oder Erlösung.

Modernes Fasten im Christentum

Speziell im Christentum dient es vor allem auch der praktischen Ausübung des christlichen Glaubens und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Aber heute findet die sogenannte kirchliche Bußpraxis in vielen Ländern nur noch an Aschermittwoch und Karfreitag strenge Anwendung und zusätzlich wird bei strengen Christen an Freitagen kein Fleisch gegessen.

Stattdessen wird in der Fastenzeit inzwischen bewusst auf Genussmittel, wie Alkohol, Zigaretten oder Süßigkeiten verzichtet. Außerdem werden häufig auch Dinge gefastet, die nichts mit Nahrung zu tun haben, wie etwa Fernsehen, Handy oder Computer.

Aber nicht nur ein Gewinn an seelischer Harmonie und an Demut sowie eine Erhöhung der Willenskraft sind das Ziel von Fasten, auch die Erhöhung der Lebenserwartung und einer Verzögerung des Alterungsprozesses sowie das Abnehmen und die Entgiftung des Körpers sind formulierte Ziele.

Fasten aus gesundheitlichen Aspekten

Fasten-Fans schwärmen geradezu von den ungeahnten Kräften, die durch den wochenlangen Verzicht auf Essen und die ausschließliche Ernährung durch Flüssigkeiten, wie Tee oder Gemüsebrühe, hervorgerufen werden. Diese extreme Form wird auch Vollfasten genannt und ist eine sogenannte Nulldiät.

Mit dieser Methode könne man wahrlich berauschende Glücksgefühle erleben und gleichzeitig ein paar Kilo „abspecken“. Wer aber das Fasten nur auf die Aspekte „Abnehmen“ und „Glücksrausch“ reduziert, hat eine falsche Vorstellung vom Fasten und spielt gegebenenfalls sogar mit seiner Gesundheit!

Beim Fasten stellt der Körper seinen Stoffwechsel um und Fettreserven werden verbrannt. Zudem gibt es im Blut weniger Cholesterin und Zucker. Einzelne Studien zeigen, dass sich Fasten positiv auf das Schmerzempfinden bei Rheuma, Neurodermitis und Arthrose auswirken kann.

Zwar klingt das im ersten Moment gut, aber trotzdem empfiehlt keine einzige medizinische Leitlinie Fasten als Therapie bei einer bestimmten Krankheit, da sehr schnell negative Nebenwirkungen auftreten können.

Aus medizinischer Sicht wird Fasten auch als Mittel zur Gewichtsreduzierung abgelehnt. Laut verschiedenen Ernährungsmedizinern können dabei Herzrhythmusstörungen, Vitamin- und Mineralstoffmangel und andere Probleme auftreten. Vor allem für ältere Menschen kann Fasten dann ein großes Risiko darstellen.

Hinzukommt, dass der Körper beim Fasten auf ein Notprogramm umschaltet und nach dem Fasten der Energiespeicher umso mehr aufgefüllt wird – der sogenannte „Jojo-Effekt“ tritt ein. Außerdem wird beim reinen Fasten meistens mehr Muskelmasse als Körperfett abgebaut.

Heilfasten mit verschiedenen Methoden

Trotzdem kann Fasten mit der richtigen Methode viele gesundheitliche Vorteile bringen. Zwar gilt es beim Abnehmen generell seine Ernährung umzustellen und weniger Fett und Kohlehydrate zu sich zu nehmen, aber verschiedene Methoden des Heilfastens können unter anderem zum Entschlacken und Entgiften des Körpers beitragen.

Bevor Sie mit dem Fasten beginnen, sollten Sie sich umfangreich informieren und immer das Gespräch mit einem Arzt suchen, sodass sich eventuell auftretende Probleme und Nebenwirkungen schon im Vorfeld verhindern lassen.

Sollten Sie noch weitere Fragen zu dem Thema haben oder selbst Erfahrungen mit Fasten gemacht haben, können Sie uns gerne einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen.

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