Ginkgo bei Demenz – Heilmittel oder Placebo?

Ginkgo - Heilmittel oder Placebo?

Wer kennt Sie nicht, die Versprechen aus Rundfunk, Fernsehen und anderer Werbung, dass Ginkgo und Co. Ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen und für eine Steigerung der kognitiven Fähigkeiten sorgen soll. Aber was ist dran an dem Naturpräparat Ginkgo-Kapsel?

Ursprung des Ginkgobaums

Der Ginkgo- oder auch Ginko-Baum stammt ursprünglich aus Ost-Asien, genau genommen aus China und ist heute weltweit verbreitet. Der Baum ist der einzige lebende Vertreter des sogenannten Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen und wird daher auch häufig als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Die einzigen natürlichen Populationen befinden sich in den chinesischen Provinzen Chongqing und Guizhou im Südwesten des Landes.

Während der Baum in Ostasien meistens wegen der essbaren Samen und als Tempelbaum kultiviert wird, wird er in Europa fast ausschließlich als Zierbaum gepflanzt. Schon 1730 brachten holländische Seefahrer den Ginkgo über Japan nach Europa und Nordamerika.

Nutzung von Ginkgo

Während im asiatischen Raum häufig auch der Samen als Lebensmittel und Gewürz in der Küche verwendet wird, werden die Ginkgo Blätter als einziger Pflanzenteil pharmazeutisch genutzt. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um die Ginkgo-basierten Nahrungsergänzungsmittel aus Supermärkten und Drogerien, sondern um Phytopharmaka (Naturheilmittel), die hauptsächlich bei der Behandlung von Demenz eingesetzt werden.
Nach der Kommission E (unabhängige Kommission für Pflanzenheilmittel) und der ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) werden die sogenannten Ginkgospezialextrakte vor allem bei folgenden Indikationen angewendet:

  •  zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen. Wichtigste Symptome sind Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen. Zielgruppe sind besonders Personen mit primärer degenerativer Demenz, mit vaskulärer Demenz oder Mischformen aus beiden;
  • zur symptomatischen Behandlung von arteriellen Durchblutungsstörungen;
  • bei Schwindel (Vertigo) und Ohrgeräuschen (Tinnitus).

Ginkgo-Arzneimittel sollen vor allem kognitive Parameter für einen gewissen Zeitraum verbessern, geistige Leistungsfähigkeit steigern und den Alltag erleichtern, letzteres vor allem auch für Angehörige. Insgesamt gilt die medikamentöse Therapie von Demenz-Kranken aber immer noch als sehr bescheiden.

Über die Wirksamkeit von Ginkgo

Zwar werden Extrakte aus Ginkgo-Blättern schon seit mehreren hundert Jahren als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt, aber auch heute noch ist die Wirkung von Phytopharmaka im Allgemeinen umstritten. Auch beim Thema Ginkgo kommen verschiedenste Studien zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen, sodass auch nach aktuellem Stand keine klare Aussage über die Wirksamkeit von Gingkopräparaten getroffen werden kann.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Verwendung von Gingkokapseln keine schädlichen Auswirkungen hat und der positive Nutzen zumindest nicht gänzlich aberkannt werden kann. Trotzdem ist es ratsam, sich nicht komplett auf irgendwelche Präparate zu verlassen. Stattdessen können Sie ihrem Körper und Geist auch auf anderem und viel effektiverem Weg Gutes tun. Viel Sport (zum Beispiel Joggen), eine abwechslungsreiche Ernährung und viele Hobbys und Interessen führen zwangsläufig zu einem höherem kognitiven Einsatz und somit zu einer ständigen Herausforderung für Körper und Geist, um auch im hohen Alter noch fit zu sein.

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