Glücksmomente für Groß und Klein

Glücksmomente

Heute wollen wir Ihnen ein bisher einzigartiges Projekt in Deutschland vorstellen. Das Projekt „Glücksmomente“ in Brandenburg an der Havel vereint ein Altenheim und eine Kindertagestätte.

Die Zusammenlegung der beiden Einrichtungen birgt vielerlei Vorteile für beide Seiten und bereichert sowohl das Leben der Kinder, als auch der Senioren.

Bereits seit 2006 ist die Kindergruppe mit 15 vier- bis sechsjährigen Kindern im Erdgeschoss des 2004 eröffneten Seniorenpflegeheims im Brandenburger Stadtteil Kirchmöser untergebracht. Die aufgeweckten und fröhlichen Kinder basteln, singen, erzählen und feiern zusammen mit den 44 Bewohnern des Pflegeheimes. Das geschieht alle auf freiwilliger Basis und größtenteils spontan. Tatsächlich ist es so, dass sich meistens mehr Kinder melden, als benötigt.

Hier leben Kinder und Senioren jeden Tag zusammen

Sowohl die Senioren, als auch die Kinder und die Betreuer sind hellauf begeistert und können dem Projekt nur Positives abgewinnen. Gerade die älteren Menschen werden hierbei an ihre eigenen Kinder erinnert und zusätzlich bekommen Sie das Gefühl noch einmal gebraucht zu werden.

Dies trifft übrigens auch auf die Kinder zu, sodass eine für beide Seiten positive Wechselwirkung eintritt.

Nicht nur bei den festgelegten Aktivitäten treffen die beiden Bewohnergruppen aufeinander, sondern die Kinder besuchen „ihre Omas und Opas“ auch einfach so. Hierbei entstehen richtige Freundschaften, sodass die Senioren und Kinder sich gegenseitig ans Herz wachsen. Gemeinsam wird dann getanzt, vorgesungen und vorgelesen oder man geht zusammen nach draußen und füttert die Kaninchen Paul und Paula.

Die gemeinsamen Aktivitäten und das Gebraucht-werden-Gefühl wirken sich übrigens positiv auf die ca. 30 Prozent der unter Depressionen lebenden Pflegeheim-Bewohner aus. Hierbei ist es ganz wichtig, dass anregende und möglichst normale Situationen geschaffen werden und dazu können Kinder in jedem Fall beitragen.

Auch die Kinder profitieren von diesem neuen Betreuungskonzept. Während ihre Eltern oft keine oder nur wenig Zeit haben, haben die Senioren mehr als genug davon. Zudem bekommen die Kleinen ein Bild davon, wie sich Menschen im Laufe der Zeit verändern und wie man mit alten Menschen umgehen muss.

Die Kinder lernen, dass ältere Menschen nicht so beweglich sind, sich nicht so lange konzentrieren und schlechter hören können und stellen sich darauf ein. Sie werden ausgeglichener und ruhiger und rutschen näher ran, wenn jemand schlecht hört. Sie lernen hilfsbereit zu sein und entwickeln ein ganz eigenes Gespür für die Älteren.

Auch bei den Eltern kommt das Konzept gut an

Für die im August in Richtung Schule weitergezogenen Kinder wollten schon wieder viele Eltern ihren Nachwuchs in die Obhut der Mini-Kita geben. Und inzwischen wird auch angestrebt, das Awo-Projekt auf andere Einrichtungen zu übertragen und neue Ideen einzubringen. Das Projekt wird außerdem von der Pädagogischen Hochschule und Universität Potsdam wissenschaftlich begleitet. Die Forscher und Studenten wollen unter anderem herausfinden, welche Auswirkungen der ständige Umgang zwischen Jung und Alt auf Entwicklung und Lernfähigkeit bei den Kindern mit sich bringt.

Übrigens: Auch die Aussage „Senioren bräuchten vor allem Ruhe“ hat sich nicht bewahrheitet, stattdessen zaubern die Kinder mit ihrer Unbekümmertheit wieder ein Lächeln auf viele Gesichter der Senioren.

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