Hamam – Dampfbad nach türkischer Art

Hamam-Dampfbad

In unseren Breitengraden ist der Hamam auch unter der Bezeichnung „türkisches Dampfbad“ oder „orientalisches Bad“ bekannt. Ursprünglich kommt die Hamam-Tradition aus der islamischen Kultur des Orients und hat sich über tausende von Jahren entwickelt.

Auch heute noch gehört die regelmäßige Badezeremonie (mindestens einmal wöchentlich) zur islamischen Tradition, aber seit ein paar Jahren gibt es auch in den deutschen Großstädten vermehrt Hamams.

Traditionell dient der Hamam aber nicht nur der Reinigung des Körpers und der Entspannung, sondern vor allem auch als Kommunikationstreffpunkt. In einem Hamam kann in entspannter Atmosphäre geklatscht und getratscht werden. Die Hamam-Bäder in Deutschland sind hingegen vor allem Orte der Ruhe und Entspannung.

Ein Hamam von innen

Der Hamam besteht in der Regel aus Mamor und hat eine kreisrunde Liegefläche in der Mitte des Raums. An den Wänden befinden sich Waschbecken mit kaltem und warmem Wasser, mit dem man sich selbstständig übergießt oder von einem „Tellak“ (Bademeister und Masseur) waschen lässt.

Hamams sind in der Regel strikt nach Geschlechtern getrennt. Bevor man das Dampfbad betritt, entkleidet man sich im „Camekan“, dem Umkleideraum und wickelt sich den „Pestemal“, ein Leinentuch, um die Hüften.

Zunächst wird zur Reinigung ein Bad oder eine Dusche genommen. Danach wartet der Besuch im eigentlichen Dampfbad. Dieses ist in der Regel mit wohltuenden 45°C temperiert und sorgt dafür, dass sich die Muskeln entspannen und die Hautporen öffnen. Nach ca. 10 bis 15 Minuten lässt man lauwarmes Wasser über den Körper laufen und seift sich ein.

Nun folgt noch einmal der Gang ins Dampfbad. Im Anschluss darf man sich auf eine warme Mamorplatte „Göbektasi“ legen und wird von dem Tellak mit einem speziellen Waschhandschuh, dem „Kees“, gewaschen. Durch die speziellen Massagetechniken wird der Körper durchblutet und die Muskeln gelockert, während der spezielle Handschuh einem umfangreichen Peeling dient.

Nach dem Besuch des warmen Dampfbads folgt eine Phase der Erholung und Entspannung in einem kühleren Raum.

Gesund für Körper und Geist

Im Vordergrund stehen zunächst einmal die Erholung und das Kräftetanken für den Alltag, aber auch weitere gesundheitsfördernde Wirkungen werden im Hamam erzielt. Ähnlich wie beim normalen Saunagang kurbelt die hohe Temperatur die Durchblutung an und stärkt den Kreislauf, während durch das vermehrte Schwitzen der Körper und vor allem die Haut merklich entschlackt wird.

Allerdings gibt es auch grundlegende Unterschiede zur bis zu 90°C heißen finnischen Sauna. Das Dampfbad ist nur zwischen 40°C und 60°C warm und durch die hohe Luftfeuchtigkeit schwitzt der Körper nicht so extrem wie in einer Trockensauna. Trotzdem wird das Immunsystem genauso gut gestärkt und die Durchblutung gefördert.

Zudem wird durch die feuchte Luft die Nasenschleimhaut befeuchtet. Gerade im Winter kann dies vor Erkältungen schützen und gesund halten. Da der Körper im Dampfbad langsamer erhitzt wird als in der Sauna, ist ein Hamambesuch vor allem für ältere Menschen schonender und angenehmer.

Ein Dampfbad ist nicht für jeden geeignet

Bei Erkältungen, Grippe oder einem geschwächten Immunsystem sollte man weder in ein Dampfbad noch in eine Sauna gehen, da das kranke Immunsystem nicht mit dem Wechsel zwischen heiß und kalt zurechtkommt und zusätzlich geschwächt wird.

Auch Menschen mit Entzündungen, akuten Infektionskrankheiten, Herz-kreislauf-Problemen, Venenthrombosen oder Krampfaderleiden sollten einen Sauna- oder Dampfbadbesuch vermeiden.

Viele Hotels und Fitness-Clubs bieten inzwischen auch „türkische Dampfbäder“ an, aber auch immer mehr traditionelle Hamams finden sich in den deutschen Großstädten. Falls Sie jetzt also Lust bekommen haben, ein Hamam zu besuchen, können Sie sich im Internet umfangreich über den nächsten Hamam in Ihrer Nähe informieren.

 

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