Knochenmarkspende bei Leukämie

DKMS Knochenmarkspende

Laut Statistiken des Zentrums für Krebsregisterdaten sind im Jahr 2010 rund 11.500 Deutsche an Leukämie, davon ca. 6% Kinder, erkrankt – Tendenz leicht steigend. Anders ausgedrückt: In Deutschland erkrankt ca. alle 45 Minuten ein Mensch an einer Form von Leukämie (Blutkrebs).

Ursprung und Geschichte

Das medizinische Fachwort „Leukämie“ wurde 1847 von dem Berliner Arzt Rudolf Virchow eingeführt. Wörtlich übersetzt bedeutet Leukämie „weißes Blut“, denn als der Arzt Virchow das Blut einer Patientin, die unter Schwäche, Infektionsanfälligkeit und einer Blutungsneigung litt, untersuchte, fand er einen großen Anteil weißer Blutbestandteile.

Heute weiß man, dass sich bei einer Leukämie vor allem funktionsuntüchtige Vorstufen weißer Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, vermehren. Während die Leukämien in zwei Formen eingeteilt werden, unterscheidet man zusätzlich je nach Krankheitsverlauf zwischen einer akuten und höchst lebensbedrohlichen Leukämie und einer chronischen, meist sich über viele Jahre steigernden Leukämie.

In der Regel wird jede Leukämie mit Medikamenten behandelt, die zu einer Abtötung der kranken Zellen führen. Dies geschieht normalerweise in Form einer Chemotherapie, aber in einigen Fällen reicht dies nicht aus und es kommt zu einem Rückfall der Erkrankung. Zudem gibt es aggressive Formen der Leukämie, deren Heilungschancen mit Chemotherapie alleine schlecht sind.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, kann eine Knochenmarkspende eine lebensrettende Maßnahme sein!

Wer eignet sich als Knochenmarkspender?

In die Spenderkartei können sich in Deutschland alle gesunden Personen zwischen 18 und einschließlich 54 Jahren aufnehmen lassen, aber vor allem jüngere Menschen sind als Spender wichtig, da ihre Stammzellen von Leukämiepatienten meist gut angenommen werden.

Sobald einmal der genetische Code erfasst wurde, liegt er für die gesamte Dauer der Spenderbereitschaft in der Spender-Datenbank und steht weltweit allen Patienten zur Verfügung. Allerdings müssen eine ganze Reihe von Gewebemerkmalen zwischen Spender und Empfänger genetisch übereinstimmen, damit eine Stammzellentransplantation überhaupt in Frage kommt.

Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto schneller und besser lässt sich ein Spender finden. Zur Zeit sind in Deutschland mehr als 5,8 Millionen Spender registriert und weltweit gibt es inzwischen sogar über 25 Millionen (Stand Januar 2015).

Wo kann man spenden?

Eine der größten Organisation im Kampf gegen Leukämie ist die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), an die Sie sich jederzeit wenden können. Das geht sogar ganz bequem von zu Hause aus. Sie bekommen die notwendigen Unterlagen zugeschickt, machen einen Speicheltest und schicken die Proben zurück. Falls Sie gesund sind und als potentieller Spender in Frage kommen, gehen Sie mit den Unterlagen zum Hausarzt.

Aber es gibt auch noch zahlreiche andere Spender-Dateien, an die man sich wenden kann. Eine komplette Übersicht erhalten Sie auf der Internetseite des Zentralen Knochenmark-Spender Registers Deutschlands (ZKRD) mit Sitz in Ulm. Oder Sie nehmen an einer der zahlreichen Spenderaktionen in Ihrer Region teil.

Wie geht es weiter?

Etwa jeder fünfte Spender ist potentiell für einen Patienten geeignet. Bei diesen Personen werden weitere Blutuntersuchungen und ein Gesundheitscheck durchgeführt, um den einen geeigneten Spender zu finden. In der Regel bleibt von 100 Spenden ca. eine Spende übrig.

Während früher die Zellen noch aus dem Knochenmark entnommen wurden, werden sie heutzutage häufiger direkt aus dem Blut entnommen. Bevor es aber soweit kommt, wird zunächst das weitere Vorgehen mit dem Spender besprochen und ohne dessen Einwilligung läuft sowieso nichts.

Natürlich entstehen bei der Aufnahme in eine Spender-Datei Kosten, aber diese werden meist durch Spenden gedeckt. Jede Geldspende ist natürlich willkommen, verpflichtet ist aber keiner dazu und sollte man als Spender in Frage kommen, werden weitere Kosten in der Regel von der Krankenkasse des Patienten übernommen.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, dann können Sie sich gerne an uns wenden.

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