Kurzsichtigkeit von Bildungsgrad abhängig

Ist Kurzsichtigkeit vom Bildungsgrad abhängig?

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Zahl der Kurzsichtigen deutlich erhöht. Während in den Industrieländern inzwischen mindestens ein Drittel der Bevölkerung kurzsichtig ist, sind in manchen asiatischen Großstädten bereits fast 90 Prozent der Bevölkerung betroffen. Trotzdem lässt sich immer noch nicht eindeutig sagen, wo die Ursachen für eine Myopie (Kurzsichtigkeit) liegen.

Ein typischer Ansatz bei der Ursachenforschung ist die Vererbung. Aber eine aktuelle Studie von Mainzer Forschern konnte dies nicht bestätigen, sondern kam stattdessen zu einer ganz anderen Vermutung.

Wer länger lernt, braucht eine stärkere Brille

Die rapide Zunahme von Kurzsichtigkeit, vor allem auch wie sie in Asien anzutreffen ist, lässt sich nicht mit genetischen Faktoren erklären. Stattdessen haben Mainzer Wissenschaftler festgestellt, dass ein hoher Bildungsgrad und viele Schuljahre mit einer häufigeren und stärkeren Kurzsichtigkeit einher gehen. Zwar testeten die Forscher 45 genetische Faktoren, aber im Vergleich zum Bildungstand hatten sie einen viel geringeren Einfluss, sodass davon auszugehen ist, dass Umwelteinflüsse eine Kurzsichtigkeit durchaus begünstigen.

Bei der durchgeführten Gutenberg-Gesundheitsstudie untersuchten die Wissenschaftler die Sehstärke von 4658 Menschen zwischen 35 und 74 Jahren. Mehr als die Hälfte der darunter befindlichen Hochschulabsolventen war kurzsichtig, während bei Probanden ohne höhere Schulbildung nur jeder Vierte betroffen war.

Hauptursache hierfür sei vermutlich die Naharbeit, so die Forscher. Gerade stundenlanges Lesen, der Blick auf den Computer sowie ein damit einhergehender Mangel an Tageslicht tragen zur Verschlechterung des Sehvermögens bei.

Daher scheinen Bildung, Beruf und Freizeitgestaltung wichtige Faktoren bei eine Myopie zu sein: Schüler, die wiederum viel Zeit im Freien verbringen, sind seltener kurzsichtig als Stubenhocker, da sich das helle Tageslicht, so wird es vermutet, regulierend auf das Wachstum der Augen auswirkt.
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät daher Schülern und Studenten zu Lernpausen für die Augen und regelmäßigem Aufenthalt im Freien.

Übrigens: Alle Versuche, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit mit Brillen oder Medikamenten zu heilen oder aufzuhalten, waren bisher nicht von Erfolg gekrönt.

Teilen Sie diesen Beitrag gern mit Ihren Freunden und Bekannten!
Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Email this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.