Mai-Bowle mit Waldmeister

Waldmeister

„Alles neu, macht der Mai, macht die Seele frisch und frei“ (1818 von Hermann Adam von Kamp) und darauf genehmigen wir uns einen leckeren Schluck Mai-Bowle. Ein traditionelles Mai-Bowle Rezept und weitere interessante Informationen rund um das aromatische Getränk finden Sie in unserem heutigen Artikel.

Geschichtliches zur Mai-Bowle

Erstmals erwähnt wurde der Maiwein mit Waldmeister bereits im Jahre 854 von dem Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm. Anfänglich diente das Getränk vor allem gesundheitlichen Zwecken und sollte Herz und Leber stärken.

Ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Mai-Bowle ist Waldmeister (auch Waldmännchen oder Maikraut genannt), der auf Grund seines Geschmacks und seiner anregenden Wirkung schon bei den Wikingern zur Bier-Veredlung genutzt wurde.

Wo wächst Waldmeister?

Waldmeister findet sich hauptsächlich in lichten Buchenwäldern und wächst gerne im Unterholz in größeren Gruppen. Die Pflanzen werden ca. 12-25cm hoch und besitzen an den aufrechten vierkantigen Stängeln sechs bis acht gleich große, propellerartige Blätter.

Im Mai fängt der Waldmeister an zu blühen und kann auf Grund seiner kleinen weißen Blüten und dem restlichen Erscheinungsbild leicht mit dem engverwandten „Weißen Labkraut“ verwechselt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, zerreibt man einfach die Blätter zwischen den Fingern. Den Waldmeister erkennen Sie dann relativ problemlos an seinem süßen Duft und der leichten Heunote.

Wirkung von Waldmeister

Das Aroma des Waldmeisters kommt von dem Inhaltsstoff Cumarin, das sich erst beim Trocknen vom eigentlich enthaltenen Cumaringlykosid abspaltet. Auf Grund des enthaltenen Cumarins besitzt Waldmeister eine krampflösende Wirkung, kann in Maßen euphorisierend wirken und Kopfschmerzen sowie Migräne lindern.

Da Cumarin aber leicht giftig ist und eine zu hohe Konzentration von Cumarin Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel verursachen kann, wird empfohlen, nicht mehr als 5g Waldmeister pro Liter Bowle zu verwenden. In den meisten Rezepten werden drei Stängel pro Liter empfohlen, was ungefähr 10mg Cumarin, die aus 3g angetrockneter Pflanze herausgelöst werden, entspricht.

Nach neuesten Erkenntnissen stellen sich die unangenehmen Nebenwirkungen erst ab 500mg Cumarin ein, sodass man also eine ganze Menge Waldmeister bräuchte, um eine gesundheitsschädliche Wirkung hervorzurufen. Die Kopfschmerzen am nächsten Tag sind meistens dann doch eher dem Alkohol geschuldet.

Mai-Bowle Rezept

Zunächst sollten Sie sich frischen Waldmeister im Wald suchen oder in der Gartenabteilung eines Baumarktes kaufen. Sobald die Blütezeit beginnt ist allerdings höchste Eile geboten, da bei bereits blühendem Waldmeister der Cumaringehalt höher ist und das Aroma immer weniger wird. Vor der Verwendung sollten die Blätter über Nacht anwelken, damit das Waldmeister Aroma noch stärker wird. Wenn es schnell gehen soll, dann können Sie die Waldmeisterstängel stattdessen auch einfach für eine halbe Stunde ins Gefrierfach legen.

Zutaten:

  • 500ml trockener Weißwein
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 250ml trockener Sekt
  • 5 Stängel Waldmeister
  • 1 Stängel Minze
  • 1 Stängel Zitronenmelisse
  • 2 Biozitronen
  1. Zunächst den braunen Zucker und Vanillezucker im Wein auflösen. Anschließend wird der angetrocknete Waldmeister zusammen mit der Zitronenmelisse und der Minze kopfüber für mindestens 30 Minuten, aber maximal 45 Minuten, in den Wein gehangen.
  2. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass Sie die Schnittstellen der Stängel nicht mit dem Wein in Berührung kommen, da mehr Cumarin in die Bowle gelangen und sie zudem bitter werden könnte.
  3. Während der Wein parfümiert wird, können Sie die Biozitronen in Scheiben schneiden und diese einfrieren. Nachdem Sie die Stängel entfernt haben, wird der Ansatz im Kühlschrank herunter gekühlt und erst kurz vor dem Servieren mit dem ebenfalls gekühlten Sekt aufgefüllt.
  4. Jetzt müssen Sie die Bowle nur noch in größere Weinkelche füllen und mit der gefrorenen Zitrone als schwimmende Insel dekorieren.

Ein kleiner Tipp noch: Verwenden Sie am besten keine Eiswürfel, da diese das Waldmeister-Aroma abschwächen könnten.

Sollten Sie eine alkoholfreie Variante bevorzugen, können Sie einfach anstelle des Weißweins Apfelsaft verwenden und dann den Ansatz mit sprudelndem Mineralwasser übergießen. Übrigens bietet auch diese Variante leider keine Alternative für Schwangere, da Cumarin als Frucht schädigend gilt und von Schwangeren nicht konsumiert werden sollte.

Falls Sie auch noch ein tolles Mai-Bowle Rezept kennen, können Sie uns gerne schreiben, ansonsten bleibt uns nur noch, Ihnen ein gutes Gelingen und Prost zu wünschen.

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