Meersalz vs. Tafelsalz

Meersalz oder Tafelsalz

Viele Rezepte empfehlen Meersalz zum Kochen, aber besteht zwischen dem im Meer gewonnenen Salz und dem Steinsalz aus dem Bergwerk tatsächlich ein Unterschied? Und ist Meersalz gesünder als Tafelsalz?

Komische Frage werden jetzt sicherlich viele denken. Meersalz klingt doch schließlich schon so gesund. Schnell entstehen im Kopf Bilder von der warmen Sonne am wolkenlosen Himmel, der leichten Brise, die uns um die Nase weht und dem typischen Duft des Ozeans. Meersalz, das assoziiert eine solche Natürlichkeit, das kann nur besser und gesünder als anderes Speisesalz sein.

Ist Meersalz wirklich gesünder?

Von wegen. Es gibt zahlreiche Speise- oder Tafelsalze, die wesentlich gesünder und wertvoller sind als Meersalz, denn aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Speisesalz hochwertig, wenn es jodiert ist, da die Jodversorgung bei vielen Menschen in Deutschland nicht optimal ist.

Da in unserem Essen normalerweise zu wenig Jod enthalten ist, aber ein gesunder Jugendlicher oder Erwachsener täglich 180 bis 200mg Jod aufnehmen sollte, ist gerade jodiertes Speisesalz eine gute Quelle. Noch gesünder sind sogar die Speisesalze, die mit Folsäure und Fluorid angereichert werden, da auch die Versorgung mit Folat häufig suboptimal ist.

Wer jetzt davon ausgeht, dass doch gerade in Meersalz ein hoher Jodanteil vorhanden sein müsste, liegt falsch. Zwar haben Seefische, wie beispielsweise Hering oder Kabeljau, einen relativ hohen Jodanteil, dies liegt aber daran, dass sich das Jod im Fisch anreichert. Meersalz selber ist nicht besonders jodreich. Selbst geschmacklich gibt es zwischen Meersalz und Tafelsalz keinen Unterschied. Es ist und bleibt eben zu über 97% Natriumchlorid.

Eine salzige Ausnahme

Abseits der klassischen Standardsalze gibt es aber auch wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel unbehandeltes Salz. Hierzu zählt unter anderem auch das berühmte „Fleur de Sel“-Salz, eine hauchdünne Schicht Meersalz, die sich nur an besonders heißen und windstillen Tagen auf der Wasseroberfläche der Salzgärten bildet und ganz traditionell in Handarbeit mit einer Holzschaufel abgeschöpft wird. Dieses Salz enthält neben den 97% Natriumchlorid auch noch geringe Anteile an Calcium- und Magnesiumsulfat, die für einen leicht bitteren Geschmack sorgen.

Auch im sogenannten „Sel gris“, dem grauen Salz, finden sich kleinste Algen- und Tonteilchen, die für kleinere Geschmacksnuancen abseits der Norm sorgen. Doch das übliche gewaschene Meersalz schmeckt genauso wie jedes andere herkömmliche Speisesalz.

Mythos Himalajasalz

Während viele Esoteriker oder esoterisch geprägte Autoren auf das weiß-rötliche Himalaja- oder Kristallsalz schwören und sich gegen die Praxis aussprechen, natürliches Salz mit Zusatzstoffen zu versetzen, stellen Experten der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) richtig, dass es keinen nennenswerten Unterschied zum normalen Tafelsalz gibt.

Hinzu kommt, dass es sich sowohl bei dem Tafelsalz, als auch bei dem Himalajasalz um ungereinigtes Steinsalz aus Bergwerken handelt und der einzige Unterschied darin besteht, dass das eine Salz aus bayrischen Salzminen stammt, während das andere aus dem fernen Pakistan kommt und eben in den meisten Fällen noch nicht mal wirklich aus dem Himalaja.

Selbst wenn dem Himalajasalz eine gesundheitlich positive Wirkung zukommen würde, wäre die durchschnittliche Tagesdosis von zwei Teelöffeln einfach viel zu gering, um überhaupt irgendwelche physiologischen Auswirkungen zu haben. Außerdem gibt es bis jetzt auch keine wissenschaftlichen Studien über gesundheitliche Vorteile des Ursalzes.

Sollten Sie noch Fragen oder weitere Anregungen zum Thema Salz haben, können Sie uns gerne einen Kommentar unter dem Artikel hinterlassen.

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Ein Gedanke zu “Meersalz vs. Tafelsalz

  1. Guter Artikel. Zwar kopiert von Andrea Schorsch, erschienen am 09.08.2011 auf n-tv.de, aber hey, es wurde ja doch das eine oder andere Wort geändert.
    Peinlich.

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