Mineralwasser und Leitungswasser im Vergleich

Mineralwasser und Leitungswasser im Vergleich

Laut allgemeiner ärztlicher Empfehlung sollte jeder Mensch pro Tag mindestens 1,5 L stilles Wasser zu sich nehmen. Hierbei geht es nicht nur um Flüssigkeitszufuhr als Durstlöscher, sondern Wasser ist auch noch kalorienarm, zuckerfrei und sorgt für ein verbessertes Hautbild.

Aber bedarf es beim Wasserkonsum eines Wassers aus der Flasche oder reicht auch problemlos das Wasser aus der Leitung? Vielleicht ist das Leitungswasser ja sogar qualitativ besser? Diesen Fragen wollen wir heute in diesem Beitrag nachgehen.

Wasserkonsum aus der Flasche hinterlässt Spuren

Abseits der gesundheitlichen Aspekte, wollen wir zunächst einmal festhalten, dass der Konsum von Wasser aus der Flasche unsere Umwelt belastet und Unmengen an Energie verschwendet. Allein der Abfüllprozess und der Transport der Wasserflaschen frisst unglaublich viel Energie, während wir in vielen Fällen genauso gut das Leitungswasser aus dem Hahn trinken könnten. Sollte aus gesundheitlichen Gründen das Leitungswasser doch bedenklich sein, empfiehlt sich auf jeden Fall Wasser in Glasflaschen, denn über das ökologische Desaster der PET-Einwegflaschen möchten wir lieber gar nicht erst reden.

Stilles Wasser aus der Flasche gilt nicht umsonst als einer der größten Marketingtricks unserer Zeit. Zwar versprechen uns die Hersteller ein gesünderes und besseres Leben mit ihrem Wasser, aber was steckt denn nun wirklich dahinter?

Testergebnisse von Mineralwasser und Leitungswasser

Stiftung Warentest führte im Jahr 2012 einen umfangreichen Test durch, untersuchte 29 Produkte stilles Mineralwasser, zog den Vergleich zum Leitungswasser und kam zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Fast jedes der getesteten Mineralwasser wies irgendwelche Mängel oder Schwachstellen auf. In jeder dritten Flasche wurden Keime gefunden, die für den gesunden Erwachsenen zwar harmlos, für Babys oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem aber nicht zu empfehlen sind.

Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass Leitungswasser tatsächlich eine echte Alternative zu stillem Mineralwasser darstellt, da es nicht nur bedeutend günstiger sei, sondern größtenteils auch stärker kontrolliert werden würde.

Vergleicht man die Trinkwasserverordnung der EU für unser Leitungswasser und die Richtwerte für Mineral- und Tafelwasser nach der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung, wird man feststellen, dass Trinkwasser auf mehr Schadstoffe geprüft wird als Mineral- und Quellwasser. So wird Trinkwasser unter anderem auf Pestizide geprüft, während das bei Mineral- und Quellwasser nicht der Fall ist.

Mythos Mineralstoffe

Klar enthält Mineralwasser Mineralstoffe, aber die sind tatsächlich auch im Trinkwasser aus der Leitung. Zwar kann das Leitungswasser mit manchen Sorten stillem Wasser nicht mithalten, aber häufig sind im Leitungswasser sogar mehr Mineralien enthalten.

In Hamburg stecken im Leitungswasser beispielsweise bis zu 12 mg Magnesium pro Liter, Berliner Trinkwasser punktet durch bis zu 147 mg Kalzium pro Liter, in München stecken bis zu 8,6 mg Natrium im Liter Leitungswasser. Zum Vergleich: Beim vom Stiftung Warentest getesteten stillen Mineralwasser lieferten die mineralstoffärmsten Varianten nur 1 mg Magnesium, 3 mg Kalzium und 1 mg Natrium pro Liter.

Abwasser aus dem Wasserhahn

Auch so ein Mythos, mit dem es aufzuräumen gilt. Unser Leitungswasser stammt zu 64 Prozent aus natürlichen Quellen (Grundwasser), zu 27 Prozent aus Oberflächenwasser (Flüssen und Seen) und zu neun Prozent aus Quellwasser.

Bevor dieses Wasser in unserer Versorgungsnetz eingespeist wird, durchläuft es verschiedene Verfahren und wird zu Trinkwasser aufbereitet. Normalerweise ist es in Deutschland noch nicht einmal nötig, das Wasser mit Hilfe von Chlor zu desinfizieren (wird beispielsweise in vielen Teilen Spaniens oder den USA gemacht).

Während also unser Trinkwasser aus natürlichen Quellen gewonnen wird, wird unser Abwasser hingegen nach dem Klären wieder in den Kreislauf der Natur gegeben und landet eben nicht direkt wieder in unseren Rohren.

Leitungswasser ist nicht immer unbedenklich

Aber auch beim Leitungswasser ist unter bestimmten Umständen eine gewisse Vorsicht angebracht. Zwar wird das Trinkwasser regelmäßig von den Stadtwerken überprüft, aber diese Überprüfung und somit auch der Verantwortungsbereich endet an der Haustür. Für den Zustand der Wasserleitungen im Haus sind die Hauseigentümer verantwortlich.

Gerade bei Häusern mit einer älteren Bausubstanz um 1900 herum besteht die Gefahr von Wasserleitungen aus Blei. Zwar wurden in den letzten Jahren zahlreiche Gesetze auf den Weg gebracht und die Bestimmungen entsprechend verschärft, aber noch immer gibt es Häuser mit Bleirohren.

Besonders schlimm ist es dann, wenn in den Wohnungen teilweise Kupferrohre verbaut sind, sich aber im restlichen Haus immer noch alte Bleirohre befinden. Bei der Kombination von Kupfer- und Bleirohren wird am meisten Blei freigesetzt.

Sollten Sie unsicher sein, was den Zustand Ihrer Rohre betrifft, dann fragen Sie am besten zunächst Ihren Vermieter. Wenn dieser nicht besonders auskunftsfreudig ist, können Sie für ca. 40 Euro selber einen Test machen lassen.

Wenn tatsächlich erhöhte Werte festgestellt werden, dann melden Sie das unverzüglich dem Gesundheitsamt und informieren Sie Ihren Vermieter. Falls Sie noch Fragen zu dem Thema haben, können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden.

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