Mythos: Der grüne Ansatz von Tomaten ist ungesund

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Die meisten unter uns haben irgendwann mal gelernt, dass man bei Tomaten den grünen Ansatz vor dem Essen entfernen soll, da dieser giftig ist. Stimmt das?

Auch wenn es manchmal etwas lästig ist, vor allem bei größeren Tomatenmengen, sollten grüne Stellen, egal ob am Stängelansatz oder sonst wo, herausgeschnitten werden. Diese grünen Stellen enthalten das sogenannte Solanin, ein Naturgift.

Nachschattengewächse wie Tomaten oder auch Kartoffeln produzieren diesen Bitterstoff, um sich vor Krankheitserregern, wie Pilzbefall, oder Schädlingen zu schützen. In reifen Tomaten ist Solanin allerdings nur in geringen Mengen enthalten, sodass niemand beim Verspeisen der grünen Stellen sofort umkippt.

Trotzdem ist es ratsam die Stellen zu entfernen, da bereits eine Menge von 25mg Solanin zu Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Krämpfen führen kann. Tödlich wird das Naturgift allerdings erst ab einer Dosis von 400mg. Vorsicht ist hier aber bei Kindern und älteren Menschen geboten, da diese durchaus empfindlicher auf Solanin reagieren können.

Solanin-Gehalt in reifen Tomaten

Reife, rote Tomaten enthalten etwa 1mg Solanin pro 100g Frucht. Da eine mittelgroße Tomate etwa 80g wiegt, müsste man mehr als 30 Tomaten essen, um eine kritische Menge Solanin zu konsumieren. Da aber gerade unreife Tomaten bis zu 30mg enthalten können, reichen hier schon zwei bis drei mittelgroße Tomaten, um die erwähnten Symptome hervorzurufen.

Inzwischen gibt es ja auch Tomatensorten im Handel, die von Natur aus grün bleiben, auch wenn sie reif sind. Hier gilt: Je reifer diese Sorten sind, desto weniger Solanin enthalten sie, da durch den steigenden Zuckergehalt der Solanin-Gehalt reduziert wird.

Vorsichtig sollte man allerdings bei süß-sauer eingelegten grünen Tomaten sein, da es sich hierbei in der Regel um unreife Tomaten handelt und trotz der Verarbeitung 90 Prozent des Solanins enthalten bleiben. Ähnlich verhält es sich bei Spezialitäten, wie gebratene grüne Tomaten. Gerade Kinder und ältere Menschen sollten hier die Finger davon lassen.

Kochen hilft nicht

Da Solanin hitzebeständig ist, wird es auch durch Kochen nicht zerstört. Wer also eine große Portion Tomatensuppe oder Soße macht, sollte ebenfalls die grünen Stellen gründlich entfernen. Übrigens auch bei Kartoffeln sollten grüne Stellen und Keime großzügig entfernt werden. Aber ganz wegwerfen müssen Sie die Kartoffeln nicht, da das Gift nur außen steckt und nicht die ganze Knolle durchdringt.

Allgemein gilt: Am besten machen Sie sich die Mühe und entfernen grüne Stellen, aber Angst vor einer Vergiftung brauchen Sie in der Regel nicht zu haben. Wer unsicher ist, kann sich ansonsten auf seinen Geschmack verlassen, denn große Mengen an Solanin schmecken bitter.

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