Mythos: Schimmel einfach entfernen

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Oftmals hört man die Aussage, dass man schimmelige Stellen an Lebensmitteln einfach entfernen und der Rest noch verzehrt werden kann. Hierbei ist äußerste Vorsicht geboten, denn die Aussage trifft nur auf wenige Lebensmittel zu, während die meisten sofort in die Tonne wandern sollten.

Anders als speziell gezüchtete Schimmel-Edelkulturen können Schimmelpilze sehr gefährlich für Ihre Gesundheit sein. Im harmlosesten Fall führen sie zu Magenschmerzen und Durchfall, aber manche Schimmelpilze bilden giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine. Diese können langfristig Leber oder Nieren schädigen, wirken krebserregend und können das Erbgut schädigen und zu Fehlbildungen bei Embryonen führen.

Diese Lebensmittel sollten Sie bei Schimmel nicht mehr verzehren

Wenn Lebensmittel einen hohen Wassergehalt besitzen, kann sich der Schimmelpilz schnell ausbreiten. Daher sollten Sie folgende Lebensmittel bei Schimmelbefall direkt entsorgen: weiches Obst, Kompott, Säfte und Gemüse. Gleiches gilt auch für Weich-, Frisch- und Schnittkäse, Joghurt und andere Milchprodukte.

Auch wenn der Schimmel nur an einer kleinen Stelle sichtbar ist, kann schon die ganze Erdbeere oder Tomate von dem Schimmel befallen sein, ohne dass es Ihnen auffällt. Genauso verhält es sich übrigens auch bei Brot. Schon bei kleinen Anzeichen von Schimmelflecken kann das komplette Brot schimmeln und gehört daher unverzüglich in die Mülltonne.

Bei Konfitüre entscheidet der Zuckergehalt

Ein bisschen anders verhält es sich bei Konfitüre oder Marmelade. Da Zucker eine konservierende Wirkung hat, gilt hier: Je mehr Zucker eine Konfitüre oder Marmelade enthält, umso weniger wird sie von Schimmel befallen. Sobald der süße Aufstrich mehr als 65 Prozent Zucker enthält, können Sie die Schimmelspuren großzügig mit einem Löffel entfernen und die Marmelade weiter verzehren.

Grenzfall Wurst und Hartkäse

Aber es gibt eben auch ein paar Lebensmittel, bei denen es unbedenklich ist, schimmelige Stücke großzügig abzuschneiden und den Rest weiter zu verzehren. hierzu gehören unter anderem Hartkäse am Stück, wie zum Beispiel Parmesan, luftgetrocknete Salami am Stück oder ein Schinken.

Im Zweifelsfall gilt aber auch hier: Lieber vorher einen Geruchstest machen und bei Bedenken wegwerfen.

Schimmelige Nüsse

Besonders vorsichtig sollten sie auch bei Nüssen sein. „Nuss-Schimmel“ setzt den giftigen Stoff Aflatoxin frei. Dieses Mykotoxin schädigt die Zellen und kann Leberkrebs verursachen. Sollten Sie also Ihre Haselnüsse oder Walnüsse nicht trocken genug gelagert haben und es hat sich bereits ein leichter Flaum in der Schale gebildet, dann schmeißen Sie die befallenen Nüsse auf jeden Fall in den Müll.

Übrigens, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) verschiedener Lebensmittel abgelaufen ist, müssen diese nicht sofort weggeschmissen werden. Viele verwechseln in diesem Fall das MHD mit dem Verfallsdatum. Zahlreiche Lebensmittel sind auch nach Ablauf des MHD gesundheitlich völlig unbedenklich und können darüber hinaus konsumiert werden.

Bei entsprechender Lagerung und so lange Aussehen, Geruch und Geschmack noch stimmen, können nach Aussagen der Verbraucherzentrale unter anderem folgende Lebensmittel noch verwendet werden:

  • der Verzehr von Reis, Hartweizen-Nudeln und Mehl ist in der Regel noch mehrere Monate nach Ablauf des MHD völlig unbedenklich
  • Eier können bis zu zwei Wochen nach Ablauf des MHD (nur im gebackenen oder gekochten Zustand) verspeist werden
  • Milch ist ungeöffnet bis zu drei Tage nach Ablauf des MHD gut
  • ungeöffneter Saft hält sich nach Ablauf des MHD im Glas noch weitere zwölf Monate, im Karton acht Monate und in der Plastikflasche bis zu drei Monate

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