Nordic Walking – Fit laufen mit zwei Stöcken

Nordic Walking

Bestimmt haben Sie auch schon mal im Park oder im Wald Leute mit zwei Stöcken laufen sehen. Hierbei handelt es sich um Nordic Walking – eine Ausdauersportart, bei der das schnelle Gehen durch den Einsatz von zwei Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt wird.

Geschichtliches zum Nordic Walking

Nordic Walking stammt, wie der Name schon vermuten lässt, aus Skandinavien und wurde bereits mehrere Jahrzehnte als Sommer-Trainingsmethode für Skilangläufer angewendet, bevor es durch Mauri Repo 1979 erstmals als Sportart definiert wurde. Erst 1997 wurden dann die ersten Gehstöcke speziell für Nordic Walking hergestellt und auf den Markt gebracht.

Der Fachausdruck Nordic Walking entstand zwei Jahre später und schnell schwappte die Trainingsmethode auch ins restliche Europa und nach Deutschland über. Und das, wie man heute weiß, mit großem Erfolg.

Inzwischen betreibt etwa jeder fünfte Deutsche Nordic Walking und bei den Frauen über 50 Jahren sogar jede Dritte. Nordic Walking ist damit – laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung – die beliebteste Sportart, mit der Bundesbürger neu einsteigen.

Was macht Nordic Walking so gesund?

Neben dem normalen Muskeltraining für die Beine wird durch den Einsatz von Stöcken zusätzlich die Muskulatur des Oberkörpers beansprucht. Durch die schwungvollen Bewegungen werden aber nicht nur die Muskeln trainiert, sondern auch die Ausdauer. Herz- und Kreislauf werden beansprucht und der Stoffwechsel wird angeregt, sodass überschüssige Pfunde abgebaut werden können.

Das Schöne am Nordic Walking ist, dass es sowohl von ambitionierten Sportlern als auch von untrainierten Menschen genutzt werden kann. Zwar werden die Gelenke etwas mehr als beim herkömmlichen Spazieren belastet, aber trotzdem ist es immer noch eine moderate und wenig verletzungsanfällige Outdoor-Sportart an der frischen Luft.

Durch Nordic Walking kann vor allem auch das Risiko zahlreicher typischer Altersbeschwerden, wie zum Beispiel Osteoporose, Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes sowie Rückenschmerzen, gesenkt werden.

Auch Abnehmen lässt sich mit dem flotten Gehen hervorragend. Bei einem durchschnittlichen Tempo von etwa sechs Kilometern pro Stunde werden rund 400 Kilokalorien verbrannt.

Der typische Bewegungsablauf

Nordic Walking hat einen zyklischen Bewegungsablauf. Das bedeutet, dass der rechte Stock immer dann Bodenberührung hat, wenn die linke Ferse aufgesetzt wird und der linke Stock, wenn die rechte Ferse aufgesetzt wird. Die Stöcke werden dabei nah am Körper geführt und schräg nach hinten eingesetzt.

Hierbei liegt der Stockeinsatz im Idealfall immer unterhalb des Körperschwerpunktes, also in der Schrittstellung auf der vertikalen Körperachse. Die Technik beim Nordic Walking ist tatsächlich das A und O, denn eine falsche Durchführung des Bewegungsablaufes kann den Gelenken schnell mehr schaden als das klassische Joggen.

Wer sich in Sachen Technik unsicher ist oder die Grundkenntnisse prinzipiell lieber persönlich erklärt bekommt, sollte sich einen gut ausgebildeten Trainer suchen oder einen Nordic-Walking-Kurs für Anfänger belegen.

Die passende Ausrüstung

Der wichtigste Ausrüstungsgestand sind die Stöcke. Nordic-Walking-Stöcke bestehen in der Regel aus leichten Materialien wie CFK (carbonfaserverstärkter Kunststoff), einer CFK-Glasfaser-Mischung oder Aluminium. CFK dämpft Schwingungen besser ab als Aluminium und ist gleichzeitig stabiler.

Zusätzlich besitzen die Stöcke einen abnehmbaren Gummischutz an den Spitzen, um Schläge und Geräusche auf dem Asphalt zu mindern. Die Handschlaufen dienen zur Kraftübertragung vom Arm auf den Stock sowie zur Sicherung gegen Rutschen.

Wichtig ist vor allem die Länge der Stöcke. Für die passende Länge gilt folgende Faustregel: Körpergröße (in cm) x 0,66 = Stocklänge. Im Zweifel sollten Sie lieber einen etwas kürzeren Stock wählen, damit es nicht zu Ausweichbewegungen in den Schultergelenken kommt. Viele Stöcke lassen sich übrigens durch Teleskop-Rohre in der Länge verstellen.

Jetzt nur noch Joggingschuhe oder andere Sportschuhe angezogen, die passenden Stöcke besorgt und es kann losgehen.

Wenn Sie sich aber im Vorfeld noch näher informieren wollen oder einen persönlichen Trainer suchen, dann bietet der Deutsche Walking Institut e.V. unter anderem eine Therapeuten-Datenbank an, in der Sie geschulte Ärzte, Physiotherapeuten oder Sportlehrer in Ihrer Region finden können.

 

 

 

 

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