Nykturie – das nächtliche Wasserlassen

Nykturie

Vor allem ältere Personen kennen das Problem, dass sie nachts häufig wach werden und einen starken Harndrang verspüren. Meist wird dies mit den typischen Alterserscheinungen abgetan und schweigend hingenommen. Doch tritt der nächtliche Harndrang regelmäßig auf oder führt gar zu mehrmaligen Gängen zur Toilette kann von einer sogenannten Nykturie ausgegangen werden, die in jedem Fall mit einem Facharzt abgeklärt werden sollte.

Die häufigsten Ursachen für Nykturie

Die internationale Kontinenz Gesellschaft „International Continence Society“ definiert die Nykturie mit einer „ein- oder mehrmaligen Unterbrechung des Schlafes zum Wasserlassen“. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von einer vermehrten Flüssigkeitszufuhr vor dem Schlafengehen oder den Verzehr von harntreibenden Lebensmitteln (Diuretika) bis hin zu pathologischen Ursachen wie bestimmten Erkrankungen.

Häufig leiden Personen, die auf Grund des Harndrangs nachts wach werden, generell an einer Blasenfunktionsstörung oder Inkontinenz. Aber auch Blasensteine, Tumore, eine vergrößerte Prostata oder eine Beckenbodenschwäche können die verminderte Blasenkapazität auslösen. Weitere Ursachen können Krankheiten wie Diabetes und die damit verbundene Einnahme von Medikamenten oder schlichtweg Übergewicht sein.

Herzmuskelschwäche als Auslöser von Nykturie

In einigen Fällen kann auch einer Herzmuskelschwächung und die damit verbundene Einlagerung von Wasser in den Gefäßen ursächlich für den nächtlichen Harndrang sein. Nicht nur deshalb ist es unbedingt ratsam bei auftretenden Beschwerden umgehend einen Facharzt aufzusuchen und die Symptome abklären zu lassen.

Sinnvoll ist auch das Führen eines sogenannten Miktionsprotokolls, welches Ihre Trinkgewohnheiten, die Trinkmenge sowie die Toilettengänge dokumentiert. Unter folgendem Link können Sie sich kostenlos ein Miktionsprotokoll herunterladen und ausdrucken.

http://www.seresco.de/miktionsprotokoll

Das Miktionsprotokoll dient auch Ihrem Arzt, seine Untersuchung und Behandlung besser auf Ihre Bedürfnisse abstimmen zu können.

Die Folgen von nächtlicher Blasenschwäche

Der durch den nächtlichen Harndrang verursachte Schlafmangel kann vor allem für ältere Menschen oder Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen zu schwerwiegenden Folgen führen. So kann ein unterbrochener und unzureichender Schlaf das Immunsystem schwächen, zu Depressionen, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit sowie Gleichgewichtsproblemen führen, die das allgemeine Sturzrisiko erhöhen. Viele Oberschenkelhalsfrakturen älterer Personen sind häufig auf die nächtliche Schlafunterbrechung und Toilettengänge zurückzuführen.

Behandlungsmöglichkeiten von Nykturie

Nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Facharzt können Sie verschiedene Therapiemöglichkeiten ausprobieren, um die Symptome zumindest zu lindern. So kann ein gezieltes Beckenbodentraining oder ein Toilettentraining, bei dem das regelmäßige Wasserlassen bewusst gesteuert wird, schon nach kurzer Zeit Linderung bringen.

In einigen Fällen kann auch der Einsatz von Medikamenten oder Hormonen die Ursachen für Nykturie behandeln. Fragen Sie am besten Ihren Arzt um Rat und vermeiden Sie im Alltag den übermäßigen Verzehr von Diuretika, z.B.  harntreibende Getränke wie koffeinhaltige Getränke und Alkohol und trinken Sie stattdessen ausreichend Wasser und verträgliche Kräutertees.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Nykturie haben zögern Sie nicht, uns einen Kommentar zu hinterlassen.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber-Beitrag „Die verschiedenen Arten von Inkontinenz“.

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