Ostern – Meister Lampe und Co.

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Kaum ist Weihnachten vorbei, steht mit Ostern schon wieder das nächste Fest vor der Tür. Der nahende Frühling, Kaffee und Osterbrot mit den Verwandten, das Bemalen von Ostereiern, der Osterhase und die Ostereiersuche sind Dinge, die fest mit Ostern verknüpft sind, aber was steckt eigentlich genau hinter dem Osterfest und wie wird es sonst noch gefeiert?

Christliches Fest

An dem Wochenende, das nach der ersten Vollmondnacht nach dem offiziellen Frühlingsbeginn folgt, gedenken die Christen der Kreuzigung und der Auferstehung Jesu Christi. Schon seit 1700 wird Ostern im christlichen Kalender eine sehr große Bedeutung beigemessen und in vielen christlichen Kulturen ist es das höchste Fest der Christen – noch vor Weihnachten.

Vor allem in stark katholisch geprägten Ländern wie Italien, Spanien und Ländern Südamerikas gibt es zahlreiche Osterprozessionen. Die orthodoxen Christen aus Griechenland und Russland feiern Ostern zwar erst eine Woche später, messen dem Fest aber mindestens eine genauso wichtige Bedeutung bei.

Heidnischer Ursprung

Zwar ist das heutige Ostern ein klar christliches Fest, aber viele Aspekte und symbolische Elemente stammen aus vorchristlichen Bräuchen. So geht das Wort „Ostern“ höchstwahrscheinlich zurück auf die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Eostra. Ihr zu Ehren wurde zu dieser Jahreszeit ein Fest veranstaltet.

Selbst der Osterhase, gern auch Meister Lampe genannt, und die traditionellen Ostereier haben ihren Ursprung in der vorchristlichen Zeit. Beide stehen seit Urzeiten als Symbole für Fruchtbarkeit und den Beginn neuen Lebens. Zudem war der Hase als Frühlingsbote möglicherweise das heilige Tier der germanischen Göttin Eostra.

Wie genau es aber zu dem eierbringenden Hasen kam, ist bis heute nicht eindeutig geklärt, fest steht nur, dass der Osterhase erstmals im Jahre 1682 im Elsass Erwähnung findet. Seinen eigentlichen Siegeszug trat das Langohr aber erst mit der industriellen Fertigung von Schokohasen an. Zuvor wurden die Ostereier durchaus auch von diversen anderen Tieren, wie Hahn, Storch oder Fuchs gebracht.

Osterfeuer als Vertreibung von bösen Geistern

Während vielen die ursprüngliche Bedeutung von Ostereiern und Hasen nicht bekannt ist, wissen die meisten um die Bedeutung des vielfach beliebten Osterfeuers oder der Osterräder. Schon früher diente das Osterfeuer traditionell dazu, den Winter und die bösen Geister zu vertreiben.

Die riesigen Feuerräder aus Reisig, die vor allem in den Alpen in die Täler gerollt werden, haben eine ähnliche Tradition und symbolisieren die Sonnenscheibe, die Licht bringt und die Dunkelheit vertreibt.

Traditionelle Osterbräuche auf der ganzen Welt

Während zum Beispiel auch in Schottland nach altem keltischen Brauch überall auf den Hügeln der Highlands Osterfeuer entzündet werden, feiern viele Länder Ostern mit ganz anderen speziellen Bräuchen.

In Frankreich bleiben die Kirchenglocken über Ostern stumm und werden erst am Ostersonntag wieder geläutet. Angeblich fliegen die Glocken nach Rom um den Papst zu besuchen und bringen auf dem Rückweg die Ostereier mit.

In Bulgarien wiederum werden die Eier nicht versteckt, sondern man bewirft sich damit. Derjenige, dessen Ei nicht zerbricht, soll das erfolgreichste Familienmitglied des Jahres werden.

Viele Ostertraditionen haben etwas mit Essen zu tun. Während in Italien traditionell eine herzhafte Ostertorte mit gekochten Eiern und Spinat gegessen wird, findet in Irland an manchen Orten ein besonders skurriler Osterbauch statt. Um das Ende der strengen Fastenzeit zu symbolisieren, werden sogenannte Heringsbegräbnisse durchgeführt, da diese eine der Hauptmahlzeiten zur Fastenzeit darstellen.

In den USA wird zwar Ostern ganz traditionell nach mitteleuropäischem Vorbild gefeiert, aber am Ostersonntag verwandelt sich die New Yorker Fifth Avenue in eine riesige Partymeile mit einem Umzug mit blumengeschmückten Wagen und zahlreichen prachtvollen Kopfbedeckungen – die traditionelle New Yorker Easter Parade.

Übrigens auch der amerikanische Präsident feiert auf seine ganz eigene Art und Weise das Osterfest. Im Garten des Weißen Hauses findet seit über 100 Jahren das „White House Easter Egg Roll“ statt. In dem zur Spielwiese umfunktionierten Garten werden dutzende Eier mit Esslöffeln den Hang herunter gerollt. Am Ende bekommt jeder Teilnehmer ein handsigniertes Holzei vom Präsidenten und der Firstlady überreicht.

Falls Sie noch andere tolle oder skurrile Osterbräuche kennen, freuen wir uns auf ihre Kommentare unter dem Artikel.

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