Pflegeheime und mehr Akzeptanz für homosexuelle Senioren

Pflegeheime und mehr Akzeptanz für homosexuelle Senioren

Homosexualität ist in vielen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Hierzu zählt auch die Homosexualität im Alter, denn gerade die Akzeptanz von Lesben und Schwulen in Pflegeheimen und Altenheimen muss hart erkämpft werden. Für viele ist ein Coming Out undenkbar und der Schritt in die Isolation die einzige Option. Während zumindest der Jugend heutzutage ein freies Ausleben ihrer Neigungen zugestanden wird, ist Sexualität im Alter für die meisten Menschen noch immer ein unangenehmes Thema, erst recht Homosexualität.

Wie jedes Jahr fand auch Mitte Juli 2014 wieder der Christopher Street Day für Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber Homosexuellen statt. In München hatte das erste Mal ein Altenheim einen Stand auf dem CSD, um für homosexuelle Senioren zu werben. Die Münchenstift GmbH war dieses Jahr erstmals bei der Parade der schwul-lesbischen Szene dabei und versucht damit neue Wege zu gehen. Ziel soll es sein, die zwölf Häuser des städtischen Unternehmens für homosexuelle Seniorinnen und Senioren attraktiver zu machen und dafür zu sorgen, dass die Stadtgesellschaft in den Häusern widergespiegelt wird.

Bisher wenig Akzeptanz in Heimen

Menschen, die ihre Homosexualität für einen großen Teil ihres Lebens verschweigen mussten, sollten in den Heimen nicht diskriminiert werden. Leider sieht der Alltag momentan noch etwas anders aus. Während man im “normalen” Leben die Wahl hat, mit wem man sich umgeben will, ist man in einem Pflegeheim auf die Gesellschaft der anderen Bewohner angewiesen. Dies sind meistens Gleichaltrige oder sogar noch ältere Menschen, die mit der Überzeugung aufgewachsen sind, dass Homosexualität etwas Krankhaftes oder Schuldhaftes sei. Verschärft wird die ganze Situation dann noch durch unaufgeklärte Pfleger und Pflegerinnen, sodass vielen Betroffenen oft keine andere Möglichkeit bleibt, als ihre harterkämpfte Identität als Schwuler oder Lesbe wieder zu verbergen.

Allerdings werden künftige Generationen, die sich schon früh geoutet haben, erwarten, dass auf ihr Lebensumfeld Rücksicht genommen wird. Um dies zu gewährleisten, ist es wichtig, den Prozess weiter voranzutreiben. Dass wir dabei erst ganz am Anfang stehen, zeigt ein Vorfall von Anfang des Jahres.
Damals wurde ein schwuler Rentner von einem katholischen Pflegeheim nicht aufgenommen, weil er schwul ist.

Wenig Angebote an Pflegeheimen für Homosexuelle

Eine Institution zu finden, bei der Schwule oder Lesben voll akzeptiert werden, sollte für diese Menschen natürlich oberste Priorität haben, gestaltet sich aber sehr schwierig. In Deutschland steckt die Entwicklung solcher Betreuungsstätten noch in den Kinderschuhen, allerdings geben erste zaghafte Versuche, wie in München, Anlass zur Hoffnung, dass sich die Idee weiter verbreitet und es irgendwann eine Akzeptanz und Gleichberechtigung von Homosexuellen auch im Alter gibt.

Dass das geht, zeigt der Lebensort Vielfalt in Berlin Charlottenburg. Hierbei handelt es sich zwar nicht um ein reines Pflegeheim für Homosexuelle, sondern eher um ein Mehrgenerationenhaus, aber in den 24 Wohnungen leben überwiegend ältere, schwule Männer.

Vielleicht haben Sie ja noch Fragen zu dem Thema oder können uns von einem toleranten Pflegeheim in Ihrer Nähe berichten. Wir würden uns auf jeden Fall freuen, von Ihnen zu hören.

 

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