Pflegestufen in Deutschland

Pflegestufen in Deuschland (c) Fotolia

Haben Sie Angehörige, die Unterstützung bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben benötigen oder brauchen Sie selbst Hilfe? Dank der Pflichtpflegeversicherung in Deutschland gibt es sogenannte Pflegestufen, die den Sinn und Zweck haben, Menschen die nicht mehr ohne Hilfe den Alltag bewältigen können, würdevoll zu unterstützen und Ihnen das Leben zu erleichtern.

Um Ihnen die verschiedenen Pflegestufen näher zu bringen, sollten wir zunächst den Begriff „pflegebedürftig“ klären. Als pflegebedürftig werden Personen eingestuft, die laut Bundesministerium für Gesundheit und nach der Definition des Pflegeversicherungsgesetzes wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

In Deutschland wird in drei Pflegestufen unterschieden , wobei häufig auch noch von einer weiteren Stufe 0 gesprochen wird, bei der es sich zwar um eine dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz mit benötigter Grundpflege handelt, diese aber nicht schwer genug eingestuft ist, um zur Pflegestufe I zu zählen. Betroffene erhalten in der Pflegestufe 0 in der Regel einen Betrag zwischen 100 und 200 Euro im Monat gezahlt.

Was gehört zur Grundpflege?

Zur sogenannten Grundpflege zählen pflegerische Hilfen aus folgenden Bereichen:

–          Körperpflege, wie zum Beispiel Hilfe beim Waschen, Duschen, Baden, Zähneputzen, Kämmen, Rasieren sowie Darm- und Blasenentleerung, bzw. Inkontinenzversorgung

–          Ernährung, wie zum Beispiel mundgerechte Zubereitung und Nahrungsaufnahme

–          Mobilität, wie zum Beispiel Hilfe beim Aufstehen und Zu-Bett-Gehen

Die hauswirtschaftliche Versorgung und die Hilfe bei der Durchführung von ärztlichen Verordnungen, wie zum Beispiel die Versorgung mit Medikamenten, zählen allerdings nicht zur Grundpflege.

Einteilung der drei Pflegestufen

Die Einstufung in eine der drei Pflegestufen ergibt sich aus der Schwere der Pflegebedürftigkeit. Diese wird durch ein Pflegegutachten des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) festgelegt. Abhängig von der jeweiligen Pflegestufe wird die Höhe der gewährten Leistungen ermittelt. Bei Ihrem Pflegegutachten sollten Sie darauf achten, dass Sie oder Ihre zu betreuenden Angehörigen eine der Gesamtsituation entsprechende Einstufung erhalten. Wichtig ist hierbei der Zeitaufwand der einzelnen Pflegeverrichtungen pro Woche im Tagesdurchschnitt, sodass eben auch das wöchentliche Baden mit zu berücksichtigen ist. Damit wirklich nichts übersehen wird, ist es sehr wichtig ein Pflegetagebuch zu führen, dies bekommen Sie auf Anfrage von vielen Krankenkassen zugeschickt.

Zusammenfassung der Pflegestufen I bis III

Pflegestufe I: Hierbei muss pro Tag Hilfe aus mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege und mehrmals wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Zusätzlich muss der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag 90 Minuten betragen. Wovon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege aufgewendet werden müssen.

Beispiel: Die pflegebedürftige Person erhält Unterstützung bei der täglichen Körperpflege sowie bei der Nahrungsaufnahme, dafür werden mindestens 45 Minuten vom Pflegepersonal aufgewendet. Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag beträgt jedoch 90 Minuten, darunter fällt auch die Zeit, die für die hauswirtschaftliche Versorgung wie zum Beispiel Kochen, Wäsche waschen und Einkaufen aufgewendet wird.

Pflegestufe II: Hierbei muss pro Tag zu drei verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Grundpflege und mehrmals wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Zusätzlich muss der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag drei Stunden betragen. Wovon mindestens zwei Stunden für die Grundpflege aufgewendet werden müssen.

Beispiel: Die pflegebedürftige Person erhält morgens Unterstützung bei der täglichen Körperpflege sowie morgens, mittags und abends bei der Nahrungsaufnahme und morgens und abends beim Aufstehen und Zu-Bett-Gehen. Dafür werden mindestens zwei Stunden vom Pflegepersonal aufgewendet. Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag beträgt jedoch drei Stunden, darunter fällt auch die Zeit, die für die hauswirtschaftliche Versorgung wie zum Beispiel Kochen, Wäsche waschen und Einkaufen aufgewendet wird.

Pflegestufe III: Hierbei muss der Hilfsbedarf bei der Grundpflege so groß sein, dass er jeder Zeit (rund um die Uhr) und zusätzlich mehrmals wöchentlich Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt wird. Zusätzlich muss der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag fünf Stunden betragen. Wovon mindestens vier Stunden für die Grundpflege aufgewendet werden müssen.

Beispiel: Das Pflegepersonal ist rund um die Uhr für die hilfsbedürftige Person da, häufig 24 Stunden Dienste im Wechsel oder mindestens fünf Stunden am Tag von denen vier Stunden für Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Mobilitätshilfe aufgewendet werden. Die restliche Zeit wird für die hauswirtschaftliche Versorgung, wie Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche waschen aufgebracht.

Sind alle Voraussetzungen der Pflegestufe III erfüllt und liegt ein außergewöhnlich hoher bzw. intensiver Pflegeaufwand vor, können Sie außerdem die sogenannte Härtefallregelung in Anspruch nehmen und gegebenenfalls höhere Sachleistungen beantragen. Welche Grundvoraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen können Sie auf der Seite vom Bundesministerium für Gesundheit nachlesen. Außerdem finden Sie dort auch zahlreiche weitere Informationen rund um das Thema Pflegebedürftigkeit und Pflegestufen.

Sollten Sie direkte Fragen zum Thema “Pflegestufen und wie man sie beantragt“ haben, hinterlassen Sie uns gern einen Kommentar. Wir versuchen Ihre Fragen schnellstmöglich zu beantworten.

Praktische Alltagshilfen für Pflegebedürftige, die Ihnen das Leben erleichtern, finden Sie natürlich im Online Shop von seresco.de!

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