Reflexinkontinenz und ihre Ursachen

Reflexinkontinenz

Bei der Reflexinkontinenz handelt es sich um eine Form der Inkontinenz, der anders als bei der Belastungs- oder Dranginkontinenz eine neurologische Ursache zu Grunde liegt. Charakteristisch für die sogenannte Reflexinkontinenz ist ein unkontrollierbarer Abgang von Urin, wobei sich die Blase komplett oder nur teilweise entleert.

Bei der Reflexinkontinenz wird in zwei verschiedene Formen unterschieden, denen jeweils eine andere neurologische Ursache zu Grunde liegt.

Spinale und supraspinale Reflexinkontinenz

Die Reflexinkontinenz kann sowohl durch eine Erkrankung des Gehirns, als auch durch eine Verletzung des Rückenmarks verursacht werden. Daher werden zwei Formen der Reflexinkontinenz unterschieden.

Bei der spinalen Reflexinkontinenz liegt eine Verletzung oder Erkrankung des Rückenmarks vor, welche beispielsweise durch Krankheiten wie Multiple Sklerose oder durch eine Querschnittslähmung verursacht werden kann. Hier entleert sich die Blase durch ein reflexartiges Zusammenziehen der Blasenmuskulatur, ohne dass zwangsläufig ein Harndrang vorangeht.

Bei der supraspinalen Reflexinkontinenz wird der Kontrollverlust über die Blasenfunktion durch eine Hirnstörung wie Alzheimer, Demenz oder einen Schlaganfall verursacht. Die Betroffenen „vergessen“ zum Teil schlichtweg den regelmäßigen Toilettengang beziehungsweise verspüren keinen Harndrang.

Bei beiden Arten der Reflexinkontinenz sind Blase und Schließmuskel intakt, jedoch das Signal des Harndrangs vom Gehirn gestört. Die dabei unterbrochenen Nervenbahnen können das Signal des Harndrangs nicht vermitteln, was zur Folge hat, dass sich der Blasenmuskel reflexartig zusammenzieht und Urin unkontrolliert abgibt.

Behandlung von Reflexinkontinenz

Die Blase entleert sich bei beiden Formen der Reflexinkontinenz häufig nur teilweise. Daher ist es besonders wichtig, die Funktionstüchtigkeit der Nieren zu überwachen und zu gewährleisten sowie darauf zu achten, dass sich die Blase regelmäßig vollständig entleert. Hier ist eine mehrmals tägliche (ca. 4-6 Mal/ Tag) Katheterisierung durch den Betroffenen selbst oder eine Hilfsperson unerlässlich.

Vorbeugung und Therapie

Der Reflexinkontinenz kann leider nicht vorgebeugt werden, da bei dieser Art der Inkontinenz eine neurologische Ursache vorliegt. Das heißt, die Blasenschwäche wird nicht wie bei den meisten Arten der Inkontinenz durch eine Schwächung der Blasenmuskulatur verursacht, sondern durch eine Störung der Nervenimpulse vom Gehirn zur Blasenmuskulatur. Somit kann diese Art der Inkontinenz auch nicht vollständig geheilt werden, sondern muss mit einer ableitenden Inkontinenzversorgung oder entsprechenden operativen Eingriffen behandelt werden.

Die Behandlung durch eine Katheterisierung mit ableitenden Inkontinenzprodukten kann heutzutage jedoch so komfortabel gestaltet werden, dass einem unbeschwerten Alltag sowie einem aktiven Lebensstil nichts im Wege steht. Dabei stehen dem Betroffenen sowohl Einmalkatheter, als auch Dauerkatheter zur Verfügung, die einen regelmäßigen Abgang von Urin ermöglichen und zur Besseren Kontrolle der abgegebenen Urinmenge dienen.

Medizinische Eingriffe zur Linderung der Reflexinkontinenz

In einigen Fällen kann ein operativer Eingriff, wie der Einsatz eines sogenannten Blasenschrittmachers, die Symptome des unkontrollierten Harnabgangs besser steuern. Auch der Einsatz des Nervengifts Botox zeigt bei einigen Patienten Erfolge bei der Inkontinenztherapie. Für weitere Informationen suchen Sie in jeden Fall einen Facharzt auf, um die Möglichkeiten der Behandlung einer Reflexinkontinenz zu erörtern.

Für weitere Fragen zum Thema Inkontinenz oder Katheterisierung können Sie uns auch gern einen Kommentar hinterlassen. Entsprechende Produkte zur ableitenden Inkontinenzversorgung finden Sie im Übrigen auch in unserem Online Shop unter www.seresco.de.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:Extraurethrale Inkontinenz“ – eine besonders seltene Form der Inkontinenz.

Teilen Sie diesen Beitrag gern mit Ihren Freunden und Bekannten!
Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Email this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.