Ist Rotwein gut für Ihr Herz?

Ist Rotwein gut fürs Herz?

Kennen Sie auch diese Aussagen, wie zum Beispiel: „Jeden Tag ein Glas Wein und man lebt länger“? Wenn ja, glauben Sie daran oder sind für Sie Alkoholgenuss und ein langes, gesundes Leben zwei völlig gegensätzliche Dinge? Was steckt hinter dieser Aussage und stimmt das wirklich? Wir sind dem Weinglas auf den Grund gegangen und haben interessante Informationen zusammengetragen.

Französisches Paradoxon

Im Süden Frankreichs, hier trinken viele Bewohner regelmäßig Wein, sterben die Menschen nachweislich seltener an Herz-Kreislauferkrankungen als im restlichen Europa. Diese Feststellung veranlasste Forscher nach der Ursache zu suchen. Sie fanden heraus, dass in Frankreich zwar koronare Herzerkrankungen deutlich weniger auftreten als in anderen industrialisierten Ländern, aber andere Risikofaktoren für Herzerkrankungen, wie erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Übergewicht und Rauchen bei den Franzosen nicht seltener als
bei anderen Völkern vorkommen.

Liegt es am Rotwein?

Auf der Suche nach einer möglichen Erklärung für die schützende Wirkung von Rotwein stößt man auf verschiedene Gründe. Neben den verschiedensten Inhaltsstoffen, z.B. Vitaminen und Mineralien wie Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan, sind es vor allem die Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, die den menschlichen Körper, ähnlich wie auch schon den Rebstock, vor Krankheiten schützen.

Gerade in Rotwein ist der Phenolgehalt relativ hoch, abhängig vom Anbaugebiet und der Herstellung. Dies liegt vor allem daran, dass anders als beim Weißwein, Stiele, Schalen und Kerne mitgekeltert werden. Noch wirkungsvoller sind die Weine aus Eichenfässerlagerung, da sie zudem Tannine enthalten.

Rotwein – die Wunderwaffe?

Die Phenole haben vor allem eine antioxidative Eigenschaft und wirken somit dem Verkleben von Blutplättchen und Fettablagerungen in den Aterien entgegen, sodass es nicht zu einer „Verkalkung“ kommt. Außerdem wird der gefährliche LDL-Cholesterinwert gesenkt, während der gute HDL-Cholesterinwert gehoben wird. Zusätzlich verhindern die Phenole den Abbau von Vitamin E, welches dafür verantwortlich ist, schädliche freie Radikale abzufangen. Man kann also von sogenannten „Ader-Putzern“ sprechen, die die Fließfähigkeit des Blutes erhöhen, und dafür sorgen, dass mehr Sauerstoff ins Gewebe gelangt.

Neben dem merklichen Herabsenken des Herzinfarktrisikos wird vor allem auch die Thrombosegefahr reduziert. Zusätzlich wird Rotwein eine schützende Wirkung vor Krebs und Gefäßerkrankungen nachgesagt.
Außer den gesundheitsschützenden Faktoren werden Rotwein auch jede Menge gesundheitsfördernde Faktoren zugesprochen: Stressabbau, Verdauungsförderung, Karies hemmend, Verlangsamung des Abbaus von Glückshormonen wie Serotonin.

Trotz der ganzen positiven Aspekte, die dem moderaten Konsum von Rotwein zugeschrieben werden, handelt es sich hierbei keinesfalls um Medizin und erst Recht nicht um eine Wunderwaffe der Gesundheit. Vielmehr wird deutlich, dass Rotwein ein durchaus wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein kann und dann positive Wirkung zeigt. Moderater Konsum meint in diesem Fall mehrmals wöchentlich zum Essen ein Glas Rotwein. Trinken Sie mehr, dann hebt der Alkohol die positive Wirkung wieder auf. Die DGE (Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt, mindestens zwei alkoholfreie Tage die Woche einzulegen.

Abschließend sei vielleicht noch gesagt, dass Sie Ihren Vitamin und Mineralstoffbedarf besser mit frischem Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukten anstatt Alkohol decken können. Phenole wiederum befinden sich zwar auch in Traubensaft und Gemüse, aber wesentlich weniger als in Rotwein. Einzige Alternative wäre hier grüner und schwarzer Tee, der auch Polyphenole enthält. Trotzdem sind dies alles keine Wundermittel gegen die Infarktgefahr, stattdessen sollten Sie die typischen Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress meiden und dafür sorgen, dass Sie eine gesunde und bewegungsreiche Lebensweise führen.

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