Trockenobst – Fitmacher oder Kalorienbombe?

Trockenobst

Trockenobst schmeckt lecker, ist süß und eignet sich perfekt als kleine Knabberei oder Snack für zwischendurch, aber sind Trockenfrüchte genauso gesund wie frisches Obst? Worauf Sie bei Trockenobst achten müssen und für wen sie weniger geeignet sind erfahren Sie hier.

Geschichtliches zu Trockenobst

Trockenobst oder Trockenfrüchte sind gedörrtes Obst mit einer Restfeuchte von ca. 20 Prozent. Ursprünglich stammt das Trockenobst, wie wir es kennen, aus dem Nahen Osten aus Ländern, wie Irak, Iran und Syrien, sowie dem Südwesten der Türkei. Ähnlich wie bei Dörrfleisch war das Trocknen von Obst die erste Konservierung von Lebensmitteln.

Datteln, Feigen und Rosinen waren vor allem bei längeren Reisen und Wüstendurchquerungen unverzichtbare Lebensmittel der Karawanen. Auch auf Schiffen war Dörrobst wichtig, um sich gegen Skorbut zu schützen und noch weit in das mittlere 20. Jahrhundert hinein war in den nördlicheren Regionen Trockenobst neben Lagerobst eine der wichtigsten Vitaminquellen im Winter.

Wie gesund ist Trockenobst?

Zunächst einmal sind getrocknete Aprikosen, Äpfel und Co um einiges gesünder als herkömmliche Süßigkeiten. Zwar enthalten sie im Vergleich zu frischem Obst nur eine Restfeuchte von ca. 20 Prozent, aber viele der Nährstoffe bleiben auch im Trockenobst enthalten. Dies führt übrigens auch zu dem intensiven und süßen Geschmack – alles im Obst wird quasi konzentriert.

Zu den wertvollen Mineralien im Trockenobst gehören unter anderem Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Magnesium. Auch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, wie Phenole, sind reichlich enthalten, während Folsäure und Vitamin C deutlich weniger als im frischen Zustand enthalten sind. Gerade Vitamin C ist sehr licht- und hitzeempfindlich und sollte dem Körper daher besser mit frischem Obst zugeführt werden.

Mehr Kalorien als frisches Obst

Da die Früchte beim Trocknungsprozess 80 Prozent Flüssigkeit verlieren, bleiben hauptsächlich Ballaststoffe und Kohlenhydrate in Form von Fruchtzucker zurück. Bis zu 70g Zucker können in 100g Trockenobst stecken. Besonders hoch ist der Anteil in Rosinen, Mangos, Ananas und Datteln.

Weil in den gedörrten Früchten wenig Flüssigkeit enthalten ist, setzt der Sättigungseffekt bei Trockenobst erst sehr viel später ein. Zusätzlich nehmen wir bei gleicher Menge aber wesentlich mehr Kalorien zu uns. Nur mal als Beispiel: 100g frische Äpfel haben einen Energiegehalt von 54 Kilokalorien, während 100g getrocknete Äpfel bis zu 255 Kilokalorien liefern.

Ernährungsberater empfehlen daher, sich auch beim Naschen von Trockenobst zurückzuhalten und nicht mehr als eine handtellergroße Portion pro Tag zu essen.

Gut für die Verdauung

Aber Trockenobst hat auch seine positiven Seiten. Das getrocknete Obst ist auf Grund des sehr hohen Ballaststoffgehalts besonders gesund für unseren Verdauungstrakt und hilft dabei, die Darmtätigkeit zu optimieren. Trotzdem sollte man auch hier vorsichtig sein und nicht zu viel davon essen, da einige der Früchte bei übermäßigem Konsum zu Blähungen führen oder abführend wirken können.

Wer besser die Finger von Trockenobst lassen sollte

Aber nicht jeder Mensch sollte bei Trockenobst bedenkenlos zugreifen. Oft wird den süßen Früchten Schwefeldioxid beigefügt, um sie zusätzlich zu konservieren und ihre schöne Farbe zu erhalten. Gerade für Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit empfindlichen Magen kann Schwefel jedoch bedenklich sein.

Auch Menschen mit Nierenproblemen lassen lieber die Finger von den getrockneten Früchten, da diese teilweise erhebliche Mengen an Kalium enthalten, was zum Beispiel für Dialyse-Patienten gefährlich werden kann.

Und auch Menschen mit einer Fruktoseintoleranz sollten das Trockenobst auf Grund des hohen Fruchtzuckergehaltes selbstverständlich meiden.

Für alle anderen gilt: Trockenobst ist definitiv gesünder als Schokolade, Chips und andere Naschereien und enthält zumindest kein Fett. Zwar ersetzt es kein frisches Obst, kann aber in kleineren Mengen ohne Bedenken genossen werden.

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