Vegetarische oder vegane Ernährung im Alter

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Um sich aktiv mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen, ist man nie zu alt. Stattdessen ist es sogar äußerst wichtig, sich jederzeit mit seiner Ernährung zu befassen. Schließlich beeinflussen wir dadurch unsere eigene Gesundheit (Beweglichkeit, gute Laune, Schutz vor schweren Erkrankungen) und sogar den gesamten Planeten.

Allein in Deutschland ernähren sich inzwischen mehr als sechs Millionen Menschen fleischfrei und verzichten aus Überzeugung auf Wurst, Schinken und Hähnchenschenkel. Wiederum jeder zehnte davon nimmt das Ganze noch etwas genauer, verzichtet auch auf Eier, Käse und andere tierische Produkte und ernährt sich rein vegan. Doch wie gesund ist eigentlich eine vegetarische oder vegane Ernährung?

Vegetarisch ernähren im Alter

Vor allem die älteren Menschen in Deutschland sind einer vegetarischen oder gar veganen Ernährung sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Schließlich gehören sie zu einer Generation, in der Fleisch oftmals ein Luxusgut war und höchstens sonntags auf den Tisch kam.

Mit dem Wirtschaftsboom in den 50er und 60er Jahren erhielten Fleisch- und Wurstwaren Einzug in den täglichen Speiseplan und heute können sich viele Senioren einen Tag ohne Fleisch oder Milchprodukte nur schwer vorstellen. Dabei sprechen sogar verschiedene Faktoren für eine fleischfreie Ernährung.

Das Hauptargument und für viele auch der Hauptgrund sind keine gesundheitlichen Aspekte, sondern rein ethisch moralische Vorstellungen. Damit unser täglicher Konsum von tierischen Produkten gedeckt werden kann, betreiben wir Massentierhaltung, in der Tiere wie ein Produkt behandelt werden, in großem Stil.

Bei der Massentierhaltung werden die Tiere hochgezüchtet, mit Medikamenten behandelt und sind nicht mehr ohne menschlichen Einfluss lebensfähig. Aber auch rein gesundheitliche Aspekte sprechen durchaus für eine vegetarische/vegane Ernährungsweise.

Gesundheitliche Aspekte

Tierische Produkte in hohen Mengen sind für den menschlichen Körper ungesund. So steigt beispielsweise bei einem wöchentlichen Konsum von 300g rotem Fleisch nachweislich das Krebsrisiko.

Ähnliches lässt sich übrigens auch bei Milchprodukten feststellen. Während wir durch die Industrie suggeriert bekommen, dass der Konsum von Milchprodukten das Risiko einer Osteoporose-Erkrankung mindert, ist das Gegenteil der Fall. In den Regionen der Welt, in denen am meisten Milch getrunken wird, ist das Osteoporose-Risiko am höchsten.

Tierische Eiweiße schwächen nachweislich den Knochenaufbau sowie den Knochenerhalt und auch Bluthochdruck, Verdauungsprobleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rühren oftmals von falscher und fleischreicher Ernährung her.

Vegane Ernährung hingegen bietet fast alle essentiellen Nährstoffe für den menschlichen Körper, ohne dass sie mit Antibiotika und anderen unerwünschten Inhaltstoffen verseucht ist. Eine so große Umstellung ist es übrigens nicht auf tierische Produkte oder zumindest auf Fleisch zu verzichten.

Inzwischen bekommen Sie in fast jedem Supermarkt und auch in vielen Restaurants sogenannte Fleischersatzprodukte aus Tofu (Soja) oder Seitan (Weizeneiweiß). Selbst Pudding und Käse gibt es inzwischen als Sojaprodukte.

Vorher umfangreich informieren

Aber Vorsicht! Während eine abwechslungsreiche vegetarische Ernährung in der Regel relativ problemlos ist, sollten sie sich bei einer rein veganen Ernährung im Vorfeld umfangreich informieren oder sogar das Gespräch mit Ihrem Arzt oder einem Ernährungswissenschaftler suchen.

Durch den völligen Verzicht auf tierische Lebensmittel werden dem Organismus wichtige Vitamine und Mineralstoffe vorenthalten, die anderweitig zugeführt werden sollten. Gerade bei Menschen fortgeschrittenen Alters kann ein Mangel an diesen Mineralstoffen und Vitaminen schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben.

Abhilfe schafft hier eine detaillierte Auseinandersetzung mit den verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln, ihren Inhaltsstoffen und dem täglichen Bedarf des menschlichen Organismus.

Eine streng vegane Ernährung ist nicht unmöglich, sollte aber bewusst geplant werden. Einzig Vitamin B12 lässt sich nicht auf normalem Wege konsumieren und muss daher mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln eingenommen werden.

Zahlreiche Informationen und Hinweise zu einer vegetarischen/veganen Ernährung finden Sie unter anderem auf der offiziellen Internetseite vom Vegetarierbund Deutschland e.V. unter www.vebu.de. Falls Sie sonst noch Fragen oder Anregungen zu dem Thema haben, können Sie uns natürlich auch gerne jederzeit kontaktieren.

Mehr zum Thema Ernährung im Alter finden Sie auch in unserem Beitrag „Fit im Alter mit der richtigen Ernährung“ von Dipl. Oecotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin) Heike Huber-Tugend.

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