Was darf man zur Rente dazuverdienen?

Wie viel darf man zur Rente hinzu verdienen

Zwar bekommt man in Deutschland momentan spätestens im Alter von 67 Jahren Rente gezahlt, aber trotzdem gibt es zahlreiche Senioren die nebenbei arbeiten – teils freiwillig, teils gezwungenermaßen.

Während die einen auch im Ruhestand aktiv sein möchten und über die Arbeit soziale Kontakte aufrechterhalten, reicht bei vielen die karge Rente inzwischen nicht einmal mehr, um über die Runden zu kommen.

Aus welchen Gründen auch immer: Bevor Rentner einer Nebenbeschäftigung nachgehen, sollten sie sich über die gültigen Hinzuverdienstgrenzen informieren. Denn sobald der Lohn eine bestimmte Grenze überschreitet, kann sich dies auf die Rentenbezüge auswirken. Wie und worauf Sie achten sollten, werden wir im Folgenden weiter beleuchten.

Wird mein Verdienst immer von der Rente abgezogen?

Zunächst einmal ist jede Nebentätigkeit, die den Grundfreibetrag von 450 Euro monatlich nicht überschreitet, anrechnungsfrei und wirkt sich nicht auf die Rente aus. Hinzu kommt, dass alle, die eine Altersrente (aktuell in Deutschland ab 67 Jahren) beziehen, unbegrenzt hinzuverdienen können, ohne dass sich die Rente kürzt.

Wissenswert: Sollte jemand über 450 Euro im Monat verdienen, muss er Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Bei allen anderen Rentenarten (vorgezogene Altersrente, Witwenrente, Invalidenrente, etc.) dürfen die Bezieher beliebig viel hinzuverdienen. Überschreiten Sie aber bestimmte Freibeträge, kürzt sich die Rente.

Im schlimmsten Fall verringern sich die Rentenbezüge dadurch so stark, dass sich die Arbeit rein finanziell kaum lohnt. Daher ist es sehr wichtig die Hinzuverdienstgrenzen zu kennen.

Wo kann man sich über die Hinzuverdienstgrenzen informieren?

Die genaue Höhe Ihrer Freibeträge und die möglichen Rentenkürzungen werden zum Teil individuell berechnet. Wer wissen möchte, wie viel er dazuverdienen darf, sollte sich bei seinem Rentenversicherungsträger danach erkundigen.

Zusätzlich können Sie sich bei verschiedenen Steuerhilfevereinen persönlich beraten lassen oder Sie schauen bei der Deutschen Rentenversicherung nach.

TIPP: Die Hinzuverdienstgrenzen finden Sie auch in Ihrem Rentenbescheid!

Was dürfen Sie dazuverdienen, wenn Sie vorzeitig in Rente gegangen sind?

Die Regelaltersgrenze liegt für alle, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, bei 65 Jahren. Für alle später Geborenen hebt der Gesetzgeber diese Grenze nach und nach auf 67 Jahre an. Sollten Sie eine vorzeitige Rente beziehen, können Sie problemlos bis zu 450 Euro monatlich hinzuverdienen und zweimal im Jahr darf der Hinzuverdienst sogar das Doppelte, also 900 Euro betragen. Erst bei höheren Beträgen gibt es nur noch eine Teilrente.

Ausnahme Altersteilrente

Sollten Sie nur eine Altersteilrente beziehen, dann sind die Zuverdienstmöglichkeiten größer. Diese sind abhängig davon, was für eine Teilrente Sie beziehen. Hierbei gilt: Je geringer die Teilrente, desto mehr dürfen Sie abzugsfrei dazuverdienen. Genauso wie bei der vollen Altersrente dürfen Sie den Höchstsatz zweimal im Jahr um das Doppelte überschreiten.

Welche Hinzuverdienstgrenzen gelten bei Erwerbsminderungsrenten?

Auch beim Bezug einer Erwerbsminderungsrente gibt es eine Verdienstgrenze. Die volle Erwerbsminderungsgrenze erhält, wer weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Auch in diesem Fall sind 450 Euro im Monat frei und zweimal jährlich darf der Betrag doppelt so hoch sein.

Gekürzt wird hier, sobald mehr als drei Stunden täglich gearbeitet werden. Wie hoch die Erwerbsminderungsrente in Ihrem speziellen Fall sein würde und welche höheren Freibeträge gelten, erfragen Sie am besten direkt bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Wie verhält es sich bei der Witwenrente?

Witwen und Witwer dürfen nach aktuellem Stand (Januar 2015) in den alten Bundesländern bis zu 755,30 Euro netto zusätzlich zu ihrer Hinterbliebenenrente verdienen, in den neuen Bundesländern 696,70 Euro. Liegt der monatliche Verdienst höher, werden 40 Prozent des überschüssigen Betrags mit der Rente verrechnet.

Als Beispiel: Eine Witwe in den neuen Bundesländern verdient zusätzlich zu ihrer Rente 896,70 Euro pro Monat. Sie überschreitet ihren Freibetrag also um genau 200 Euro. Davon 40 Prozent sind 80 Euro. Also wird ihr dieser Betrag von ihrer Witwenrente abgezogen.

Welche Hinzuverdienstgrenzen gibt es bei zwei Renten?

Mal angenommen Sie beziehen eine eigene Rente und eine Witwenrente – In diesem speziellen Fall ist es unbedingt erforderlich, dass Sie Ihre Finanzen genau durchrechnen, bevor Sie einer Nebentätigkeit nachgehen.

Da die eigene Rente zum Freibetrag bei der Witwenrente zählt, kann schon ein geringer Nebenverdienst zu einer Überschreitung der Grenze führen und die Witwenrente so erheblich kürzen, dass es sich kaum lohnt.

Bevor Sie sich also, egal bei welchem Rentenbezug, unsicher sind, ist es auf jeden Fall besser, eine entsprechende Beratung in Anspruch zu nehmen.

Teilen Sie diesen Beitrag gern mit Ihren Freunden und Bekannten!
Share on Facebook1Tweet about this on TwitterShare on Google+0Email this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.