Wenn die Schwangerschaft zu Inkontinenz führt

pregnant woman with her hands on her back, isolated against white background

Für den weiblichen Körper ist eine Schwangerschaft und die anschließende Geburt eine ziemliche Belastung. Auch nach der Schwangerschaft dauert es eine ganze Weile, bis alles wieder so ist, wie es sein sollte. Bauch und Brüste brauchen meistens eine gewisse Zeit, bis sie wieder einigermaßen in alter Form sind und vielen Frauen gehen nach der Schwangerschaft auch leider erstmal die Haare aus.

Aus all diesen Sachverhalten wird schon länger kein Geheimnis mehr gemacht, aber dass man während und auch nach der Geburt häufig unter einem Kontrollverlust über die Blase leidet, dieses Thema wird dann doch lieber vermieden. Schließlich gibt niemand gerne zu, dass er beim letzten Lachen oder Niesen in die Hose gemacht hat.

Gründe für die Inkontinenz

Zunächst einmal sollte erwähnt werden, dass es sich bei der Stressinkontinenz, ausgelöst durch eine Schwangerschaft, um keine Seltenheit handelt, sondern mindestens 20 Prozent der Frauen, teilweise ist sogar von 50 Prozent die Rede, davon betroffen sind.

Bereits in der Schwangerschaft kommt es durch das zunehmende Gewicht des Kindes und der Vorbereitung des eigenen Körpers auf die Geburt zu einer Dehnung und Lockerung des Gewebes. Hierbei kann es dazu kommen, dass, je nach genetischer Veranlagung, die Beckenbodenmuskulatur geschwächt wird, die Stützfunktion nachlässt und der Verschlussmechanismus der Blase an Kraft verliert.

Hinzu kommt, dass schwangere Frauen häufig einen stärkeren Harndrang verspüren und häufiger als sonst die Toilette aufsuchen müssen. Durch die Hormone wird die Durchblutung verstärkt und dadurch wiederum wird auch die Nierentätigkeit angeregt. Zusätzlich drückt gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft die schnell wachsende Gebärmutter auf die Harnblase.

Nachdem der Druck im zweiten Drittel etwas nachlässt, rutscht dann im letzten Drittel der Schwangerschaft der Kopf des Kindes in das Becken und lastet auf der Blase. Nun wirken die Hormone noch stärker auf Blase, Harnröhre und Beckenmuskulatur, um das Gewebe weicher und dehnbarer zu machen. Dies ist zwar gut für die Geburt, kann aber gleichzeitig eine Inkontinenz hervorrufen.

Aber keine Sorge, normalerweise bessert sich der Zustand bereits in den ersten Wochen und bei den meisten Frauen sollten schon bald nach der Geburt keine Probleme mehr auftreten. Nur bei ca. sechs Prozent aller Frauen bleibt eine Inkontinenz weiterhin bestehen. In diesem Fall ist es wichtig, den Frauenarzt aufzusuchen und weitere Therapiemaßnahmen einzuleiten.

Hilfe bei Inkontinenz in der Schwangerschaft

Wichtig ist vor allem, dass Sie versuchen, sich nicht zu sehr über diese klassischen Schwangerschaftsbeschwerden aufzuregen und zu Ihrem eigenen Wohlbefinden spezielle Inkontinenzeinlagen oder Binden tragen. Zusätzlich empfiehlt es sich, häufiger als gewöhnlich zum Wasser lassen zur Toilette zu gehen und mehr als sonst zu trinken, da es wichtig ist, die Harnwege zu spülen, um Infektionen zu vermeiden.

Sie können auch schon während der Schwangerschaft Ihren Beckenboden trainieren. Damit beugen Sie nicht nur eine Blasenschwäche vor, sondern auch eine Gebärmuttersenkung, die sonst später Probleme bereiten könnte.

Rückbildungsgymnastik gegen Inkontinenz

Nach der Schwangerschaft muss zunächst die Muskulatur wieder gestärkt werden, daher werden bei der Rückbildung Beckenbodenübungen gemacht. Besonders in den ersten Wochen sollte zudem jegliche körperliche Anstrengung vermieden werden. Hierzu gehören auch das Heben schwererer Gegenstände sowie die meisten sportlichen Betätigungen.

Bei den Beckenbodenübungen ist es essentiell wichtig, dass die Übungen nicht nur einmal die Woche fünf Minuten bei der Rückbildungsgymnastik gemacht werden, sondern auch zu Hause zur regelmäßigen Anwendung kommen.
Sollten sich allerdings nach der Rückbildungsgymnastik die Beschwerden nicht bessern, ist es sinnvoll, eine speziell ausgebildete Physiotherapeutin oder den Frauenarzt aufzusuchen.

Kann ein Kaiserschnitt Inkontinenz vorbeugen?

Die Tatsache, dass es nach einer spontanen Geburt zu einem Kontrollverlust über die Blase oder über den Stuhlgang kommen kann, ist für so manche Frau ein weiteres Argument für einen geplanten Kaiserschnitt. Doch davon raten die Ärzte im Allgemeinen vehement ab. Ein Kaiserschnitt sei definitiv keine Lösung. Er schone zwar den Beckenboden, birgt dafür aber andere Probleme.

Sollten Sie noch Fragen zu dem Thema haben, können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden. Spezielle aufsaugende Inkontinenzprodukte wie Einlagen oder Einwegslips finden Sie in unserem Online Shop.

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